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Nordkreis Wer folgt in Cölbe auf Volker Carle?
Landkreis Nordkreis Wer folgt in Cölbe auf Volker Carle?
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00:20 19.07.2018
Am 28. Oktober entscheiden die Cölber, wer ihr neuer Bürgermeister wird. Quelle: Tobias Kunz
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Cölbe

Am 28. Oktober müssen die Cölber zwei Entscheidungen treffen. Zum einen, wer sie in der hessischen Landesregierung vertreten soll und zum anderen, wer vor Ort ab Mai 2019 als Bürgermeister auf Volker Carle folgen soll, der nach 18 Jahren im Amt nicht mehr als Verwaltungschef zur Verfügung steht.

Für das Amt des Bürgermeisters gibt es bislang zwei Bewerber: Carola Carius (Grüne) und Dr. Jens Ried (CDU). Beide saßen bereits im Gemeindeparlament und beide wollen trotz ihrer Mitgliedschaft unabhängig von ­ihren Parteien kandidieren. Dafür haben sie die nötigen 54 Unterschriften von Wahlberechtigten gesammelt und abgegeben, teilt Wahlleiter Stefan Gimbel auf OP-Nachfrage mit.

Bürgermeisterkandidatin Carola Carius. Archivfoto

Weitere Vorschläge aus den Parteien sind nicht zu erwarten

Bis zum Montag, 20. August, um 18 Uhr besteht noch die Möglichkeit, weitere Vorschläge­ beim Wahlleiter einzureichen. Ob es noch einen weiteren Kandidaten geben wird, hängt auch davon ab, wie sich die Cölber SPD entscheidet. „Wir wollen uns noch nicht festlegen. Bis zur Frist ist noch etwas Zeit“, sagt die Fraktionsvorsitzende Hildegard Otto. „Es kann sein, dass von uns noch ein Vorschlag kommt – oder eben nicht.“

Weitere Vorschläge aus den Reihen der Parteien sind nicht zu erwarten, da sich die anderen Fraktionsvorsitzenden schon mehr oder weniger klar zugunsten des Kandidaten oder der Kandidatin positioniert haben. Ried kann neben der Unterstützung seiner eigenen Partei auch auf die offizielle Wahlempfehlung der Bürgerliste setzen. Dies machte die Fraktionsvorsitzende Miriam Peter schon im vergangenen Jahr bekannt. Daran ändere auch die Kandidatur von Carola Carius nichts. „Das bleibt wie gehabt“, sagt Peter.

Die Grünen wiederum verzichten auf eine offizielle Wahlempfehlung, auch weil Carius dies ausdrücklich so möchte, sagt Fraktionsvorsitzende Ute Hoppe. „Sie legt Wert darauf, möglichst unabhängig zu sein. Bekanntermaßen saß Frau Carius für uns aber in der Gemeindevertretung und ist inhaltlich wohl näher an unseren Positionen als andere“, ergänzt sie. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen hätte deshalb nichts dagegen, wenn ab Mai 2019 „eine weitere Frau“ in einer politischen Führungsfunktion im Landkreis arbeiten würde. 

Hoppe freut sich indes darüber, dass beide Kandidaten unabhängig sein möchten. „Es ist wichtig, dass es einen Bürgermeister für alle gibt. Bei Herrn Carle hat man bereits gesehen, dass das gut gehen kann“, lobt sie.

Beide Kandidaten wollen von Tür zu Tür gehen

Ähnlich sehen dies auch die beiden Bewerber. „Wenn man erfolgreich sein will, muss die Arbeit später ohnehin unabhängig sein“, sagt Carius. Der gleichen Auffassung ist auch Ried, der als erster Kandidat frühzeitig den Kontakt mit den anderen Parteien suchte und von einzelnen Mitgliedern anderer Fraktionen auch offiziell unterstützt wird. Doch die parteilose Kandidatur bringt nicht nur Vorteile mit sich. „Man muss alles selbst organisieren. Wahrscheinlich­ werde ich auch die Plakate selbst aufhängen“, sagt Carius.

Bürgermeisterkandidatin Dr. Jens Ried. Archivfoto

Bis zur Wahl haben beide Kandidaten noch eine Menge vor. Ried war laut eigenen Angaben schon auf mehr als 100 Veranstaltungen seit der Bekanntgabe seiner Kandidatur. Zudem will er noch einmal an jeder Haustür erscheinen. Auch Carius hält das aktive Zugehen auf die Bürger für unabdingbar. Sie war bereits bei den Ortsbeiräten und in verschiedenen Vereinen, will aber nicht zu aufdringlich sein. „Ich würde noch zu mehr Vereinen gehen, allerdings nur, wenn das auch gewünscht ist“, sagt sie.

Auch inhaltlich liegen die beiden Kandidaten auf den ersten Blick nicht weit auseinander. Beide wollen die Gemeinde Cölbe als Wirtschaftsstandort stärken. „Mir ist es wichtig, dass Cölbe alles, was es vorhat, aus eigener Kraft bewältigen kann“, sagt Ried. Dafür müsse ein Gleichgewicht aus Gewerbe-, Wohn- und Freizeitgebieten entstehen, um auch für Familien interessant zu sein.

Carius will sich für neue Bauplätze stark machen. „Nach vielen Jahren der Innenentwicklung haben wir in Cölbe praktisch keinen Leerstand mehr“, sagt sie.

von Tobias Kunz

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