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Wehren „wohnen“ jetzt zusammen

Zusammenlegung der Feuerwehrhäuser Wehren „wohnen“ jetzt zusammen

Nach Lahntal gibt es nun in Wetter das zweite Feuerwehrhaus im Landkreis, das von mehreren Wehren genutzt wird.

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Das neue Feuerwehrgerätehaus für die Wehren aus Warzenbach und Oberndorf macht beide Stadtteilfeuerwehren froh.

Quelle: Manfred Schubert

Warzenbach. Die große Freude war allen Beteiligten anzumerken. Damit kamen nach über einem Jahrzehnt die Bemühungen der Warzenbacher Feuerwehr, ihre längst zu klein gewordenen Räumlichkeiten zu erweitern, zu einem mehr als glücklichen Abschluss. Zugleich wird durch die Zusammenlegung mit Oberndorf, wo seit Längerem Personalmangel herrscht, die Einsatzbereitschaft für den nur zwei Kilometer entfernten Nachbarort gesichert. Gemeinsame Dienste und Übungen gibt es schon über ein Jahr. Ohnehin bilden beide Wehren gemeinsam mit der Stadtteilfeuerwehr Treisbach einsatztechnisch den Schutzbereich West.

Für die 33 Feuerwehrfrauen und -männer, sechs davon aus Oberndorf, steht nun ein mit moderner Technik ausgestattetes Gebäude zur Verfügung. Über ein so genanntes BUS-System lassen sich beispielsweise die mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe betriebene Heizung und große Teile der Beleuchtung fernsteuern. An Alarmtaster schaltet das Licht in Fluren und Umkleiden an und öffnet die Tore der 139 Quadratmeter großen Fahrzeughalle. Der 86 Quadratmeter große Schulungsraum bietet 45 Personen Platz, für die Jugendfeuerwehr ist ein elf Quadratmeter großer Raum vorgesehen. Beide sind mit vom Förderverein der Feuerwehr Warzenbach angeschafften Beamern ausgestattet.

Die Kosten für das Gebäude betragen etwa 830.000 Euro, die überwiegend aus dem Konjunkturpaket II stammen. Ursprünglich waren 750.000 Euro angesetzt, im September hatte die Stadtverordnetenversammlung zusätzliche 80.000 Euro beschließen müssen. Die Feuerwehrkameraden hatten schon erheblich zur Reduzierung der Kosten beigetragen, indem sie 1.750 Stunden an Eigenleistungen einbrachten. So erledigten sie beispielsweise die Dachdeckerarbeiten, die Pflasterarbeiten im Außenbereich, das Verlegen der Fußbodenheizung, das Anstreichen und einiges mehr selbst. Der Förderverein brachte etwa 5.000 Euro für das Gebäude auf. Während der feierlichen Schlüsselübergabe, die vor etwa 75 Gästen in der Fahrzeughalle stattfand, erinnerte er an die lange Vorgeschichte. Ende der 1990er Jahre sei es im alten Gerätehaus immer enger geworden, an den Ausbildungsabenden mussten einige auf den Fensterbänken sitzen. Im Mai 2000 stellte die Feuerwehr Warzenbach erstmals eine Anfrage zum Umbau der angrenzenden Viehwaage, in den kommenden Jahren folgten weitere Anfragen, Ortstermine und Zusagen, doch es tat sich nichts.

Dann, bei der Jahreshauptversammlung im Februar 2008, war die Zusammenlegung der Wehren Thema und der Bürgermeister habe erstmals von einem Neubau gesprochen. Als man im Dezember 2008 im Stadtbauamt erstmals das Konzept besprach, sei er sich wirklich sicher gewesen, dass dieser Bürgermeister ernst mache.

Im März 2009 entschieden die Stadtverordneten über die Verteilung der Gelder aus dem Konjunkturprogramm, am 13. September begannen die Bauarbeiten. „Als Erstes danke ich denen, denen es nicht möglich war, das alte Gerätehaus zu sanieren“, meinte Willershäuser schmunzelnd, denn ohne die Verzögerungen hätte es das jetzige Gebäude wohl nicht gegeben. Warzenbachs Wehrführer Ludwig Knoth dankte Willershäuser, der als Bindeglied zwischen Architekt, Stadt und Firmen viel Arbeit geleistet habe, und den Aktiven beider Wehren, die in den vergangenen 14 Monaten viel Zeit beim Neubau verbrachten. „Es ist gut, dass wir wieder mehr Zeit für unsere Familien haben“, sagte er. Sein Oberndorfer Kollege Mathias Hofmann bedankte sich für die Aufnahme in Warzenbach und betonte auch im Namen seiner Kameraden, dass sie sich auf die gemeinsame Zukunft freuten. Im kommenden Jahr, so Knoth, soll mit dem Aufbau einer neuen Jugendfeuerwehrgruppe begonnen werden. Mindestens sechs interessierte Mädchen und Jungen gebe es bereits.

Landrat Robert Fischbach hatte die „zukunftsträchtige Investition“ in das gemeinsame Feuerwehrhaus begrüßt. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka bezeichnete es als großen Entscheidungsfaktor und -motivation, dass die Zusammenlegung beider Wehren geräuschlos und ohne Widerstand erfolgte. Es sei klar gewesen, dass diese nicht in dem alten, katastrophalen Zustand befindlichen Haus hatte erfolgen können.

Im Mai 2011 soll ein Tag der offenen Tür stattfinden, um das Gebäude der Bevölkerung vorzustellen.

von Manfred Schubert

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