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Was tun, wenn Bauland zum Ladenhüter wird?

Aus dem Parlament Was tun, wenn Bauland zum Ladenhüter wird?

Rund 600000 Euro haben die 20 Bauplätze in der Stegebinne in Münchhausen gekostet - verkauft wurde noch keiner. Wie es mit dem Baugebiet weitergehen soll, diskutiert das Parlament am Dienstag

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Voll erschlossen, aber nicht gefragt: Das Baugebiet „Stegebinne“ in Münchhausen.Foto: Koelschtzky

Münchhausen. Für die 20 Bauplätze hat die Hessische Landgesellschaft (HLG) bisher rund 600000 Euro an Grundstücks- und Erschließungskosten sowie Gebühren und Zinsen als Buchwert ausgewiesen. Die HLG hat über einen Zehn-Jahres-Vertrag die Abwicklung des Baugebietes übernommen.

Erschlossen seien bisher nur die ersten fünf Bauplätze, nach den Vollkosten der HLG müsse der Quadratmeterpreis bei knapp 100 Euro liegen, erklärte der HLG-Vertreter Heiko Riehm den Vertretern des Haupt- und Finanzausschusses des Gemeindeparlaments in der vergangenen Woche. Dagegen diskutierten die Gemeindevertreter darüber, den Baulandpreis zu senken, um den Verkauf der Grundstücke anzukurbeln. In diesem Fall wäre die Differenz zu den Vollkosten der HLG spätestens mit Ablauf des Vertrages 2014 an diese zu zahlen, betonte Riehm.

Eine andere Möglichkeit wäre die Verlängerung des Vertrages mit der HLG um weitere zehn Jahre - allerdings wachsen damit die Kosten jährlich um die Zinsen für den Buchwert.

Die Ausschussmitglieder erwogen zunächst einen Rückkauf der 15 noch nicht erschlossenen Grundstücke, um die Zinslast zu senken. Dies könne jedoch nicht, wie einige anregten, mit etwa jährlich zwei Grundstücken geschehen, erklärte Bürgermeister Peter Funk (parteilos). „Wir bekämen jedes Mal Schwierigkeiten mit der Genehmigung unseres Haushaltes durch die Kommunalaufsicht.“

Sinnvoll erscheine ein Rückkauf der 15 Grundstücke, solange die Zinsen für Kredite deutlich niedriger lägen als der Durchschnittszinssatz, den die HLG berechne. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass sie die Kosten der jeweiligen Optionen genau durchrechnen wollen, bevor eine Entscheidung gefällt wird.

Im Zusammenhang damit soll dann auch der Widerspruch des Bürgermeisters gegen den jüngsten Beschluss des Parlaments behandelt werden, die Bauförderung für Familien mit Kindern zurück zu nehmen. Angedacht ist, eine soziale Staffelung der Grundstückspreise einzuführen, um den Fördergedanken dennoch zu erhalten.

Weiteres Thema im Ausschuss war der Finanzplan des Vereins „Kinder sind unsere Zukunft“ für die Kindertagesstätten der Gemeinde im kommenden Kindergartenjahr. Der Deckungsbeitrag der Gemeinde an den Verein sei gesunken, die Gebühren für die Eltern könnten stabil bleiben, berichtete Funk. „Und das, obwohl fünf Kinder in einen kirchlichen Kindergarten abgeworben wurden und wir schon - wie für ein Kind, das in Marburg einen Betriebskindergarten besucht -, jährlich 13000 Euro an Marburg zahlen müssen.“ Die Kostenpläne wurden dem Parlament einstimmig zur Annahme empfohlen.

von Martina Koelschtzky

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