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Was lange währt: Teilortsumgehung für Wetter

Erster Spatenstich Was lange währt: Teilortsumgehung für Wetter

Für Wetter eröffnen sich neue Perspektiven, wenn die Teilortsumgehung erst da ist. Die Hoffnung der Verantwortlichen ist es, dass das 3,6-Millionen-Euro-Projekt bis zum Dezember 2013 abgeschlossen werden kann.

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Spatenstich für die Ortsumgehung Wetter: Die Kommunalpolitik greift zur Schaufel.

Quelle: Tobias Hirsch

Wetter. Eine Kernstadt ohne belastenden Schwerverkehr, Schul- und Kindergartenwege ohne das stetige Risiko einer stark befahrenen Straße, ein beruhigtes, attraktiveres Einkaufsumfeld. Um 3000 Fahrzeuge am Tag soll die Teilortsumgehung Wetter entlasten. Soviel zu den ganz offensichtlichen Vorteilen, die die neue Straße bringen wird. Doch die Menschen in der Stadt und die Kommunalpolitik erhoffen sich noch weitere Effekte.

Die Bahn bekommt einen neuen Bahnübergang, weil der alte an der Papiermühle zugunsten der neuen Trasse um rund 20 Meter verlegt werden muss. Auch der Naturschutz profitiert: Das Rote Wasser wird auf mehr als einem Kilometer Länge rekultiviert. Hessen Mobil (früher Amt für Straßen- und Verkehrswesen) wird die Teilortsumgehung bauen. Für den Regionalbevollmächtigten Willi Kunze steht fest: „Selten gab es so eine kleine Straße mit so vielen Gewinnern.“ Das sagte er gestern beim ersten Spatenstich für das Bauvorhaben vor vielen Bürgern und Kommunalpolitikern „In der Binge“. Kunze stellte in Aussicht, dass schon in gut einem Jahr, nämlich im Dezember 2013, die Einweihung der Teilortsumgehung gefeiert werden könnte. „Wir gehen hochmotiviert an dieses Projekt“, versprach er gegenüber Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka und Landrat Robert Fischbach.

Die beiden Kommunalpolitiker waren ihrerseits froh, dass der Bau endlich beginnen kann. Die Diskussion um die Teilortsumgehung ist nämlich ein alter Hut. Spanka sprach davon, dass schon 1930 eine zweite Brücke über die Wetschaft gefordert wurde - die alte Sandsteinbrücke, die über das Flüsschen führt, sei in Richtung Süden und Norden auf vielen Kilometern Länge die einzige Querungsmöglichkeit. Problematisch sei dies vor allem in Hochwassersituationen, „auch wegen des Rettungsdienstes“, sagte Spanka. Der Bürgermeister war glücklich, dass die langen Diskussionen um Bau und Finanzierung der Straße nun eine Ende haben.

Denn Kreis und Land hatten so ihre Schwierigkeiten, sich wegen der Baukosten zu einigen. Die Lösung sieht nun so aus: 80 Prozent der Kosten trägt das Land, der Rest entfällt auf den Landkreis. Und damit war Landrat Fischbach einverstanden. „Ich war auch mit daran Schuld, dass es so lange gedauert hat“, sagte er und erinnerte an die ursprüngliche Planung der Straße, die von „unrealistisch geschätzten“ Baukosten in Höhe von einer Million Euro ausging. Da sagte der Landrat zu. „Doch es wurde teurer und teurer und damit zu teuer für den Landkreis“, erklärte er. Als das Land seine Kostenbeteiligung von 70 auf 80 Prozent ausweitete und schließlich eine einvernehmliche Lösung zwischen Stadt, Kreis und Land um die Umklassifizierung umliegender Straßen gefunden war, ging‘s zügig voran. In den nächsten Tagen werden die Baumaschinen anrollen. Zuerst kommt die Verlegung des Bahnübergangs. „Vielleicht ist der neue zum Fahrplanwechsel im Dezember schon fertig“, stellte Kunze in Aussicht. „Und nächstes Jahr zur besten Jahreszeit folgt dann der Streckenbau.“

von Carina Becker

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