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00:16 25.09.2018
Karl-Heinz Mende (von links), Wanderwart Hans Dersch von den Wanderfreunden, Stefan Schulte, Heike Schäfer, Klaus Hövel, Kirsten Fründt, Eva Bender und Theresa von Malotki sind sehr gespannt, wie das neue Angebot angenommen wird. Quelle: Götz Schaub
Treisbach

„Wandererlebnisgestalter“ darf sich nicht jeder nennen. Dazu müssen, die die es werden wollen, eine Ausbildung beim Deutschen Wanderinstitut durchlaufen und diese dann mit dem Zertifikat „Wandererlebnisgestalter“ abschließen. Ab Frühjahr 2019 können bei der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH (MSLT) spezielle Wanderveranstaltungen gebucht werden.

Wie die ausgestaltet werden können, kann man noch in diesem Jahr einmal selbst erleben. Am Sonntag, 7. Oktober, werden drei Wandererlebnistouren auf dem zertifizierten Gisonenpfad angeboten. „Es ist unser Anliegen, Top-Wanderwege in unserer Region wie zum Beispiel den Gisonenpfad noch einmal anders erlebbar zu machen“, sagt Klaus Hövel, Geschäftsführer der MSLT.

Die neuen Wandererlebnisgestalter sind weniger dazu da, die Wanderung zu führen. Sie sind dazu da, den Wanderern ganz nach deren Vorlieben, auf Örtlichkeiten an der Strecke aufmerksam zu machen, wo sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene interessante Dinge ereignet haben, wo man etwas Besonderes sehen kann, was man beim normalen Vorbeilaufen nie wahrgenommen hätte. Landrätin Kirsten Fründt findet das sehr gut.

Verpflegung mit regionalen Produkten

„Ich mache auch gerne Touren mit einheimischen Führern, die einfach was zu ­erzählen haben und damit die Tour noch einmal aufwerten.“ So sieht das auch Karl-Heinz Mende von den Wanderfreunden Treisbach, der auch die Ausbildung durchlaufen hat, aber mit Verlaub auch schon vorher ein Kenner für den Gisonenweg war. Er weiß, das Gestalten und Erzählen muss so funktionieren, dass sich der Gestalter nicht selbst in den Mittelpunkt stellt, sondern direkt auf die Fragen und Belange der Wanderteilnehmer eingehen kann, um diesen das zu bieten, was sie gerne zusätzlich zur Wanderroute wissen wollen.

Das weiß auch Eva Bender aus Marburg. Sie ist professionelle Reiseleiterin und stellt sich nun in ­ihrer Freizeit als Wandererlebnisgestalterin zur Verfügung. „Wir gehen auf die Gäste so ein, dass sie das bekommen, was sie gebucht haben.“ Dazu gehört auch eine Verköstigung, „Eine regionale Verköstigung“, wie Theresa von Malotki von der MSLT konkretisiert. „Wenn wir Verpflegung anbieten, sollen sich die Wanderinnen und Wanderer sicher sein, dass es sich um regionale Produkte handelt.“

Drei Touren, ein Ziel,
 drei Ausgestaltungen

Heike Schäfer gehört auch zu denen, die die Ausbildung zum Wandererlebnisgestalter beim Deutschen Wanderinstitut durchlaufen haben. Sie ist überzeugt davon, dass diese Form, Wanderungen zu erleben, mehr Menschen begeistert, raus in die Natur zu gehen.

Sehr interessiert an dieser Form der Weiterentwicklung ist auch Stefan Schulte, Regionalmanager der Region Burgwald-Ederbergland. Er sagt: „Wir als Region haben es uns vorgenommen, den Qualitätstourismus zu fördern. Dabei entwickeln wir die Wege auf höchsten Niveau weiter. Die Schöne-Aussicht-Hütte unmittelbar am Gisonenpfad ist da als ein Highlight zu nennen.“

Am 7. Oktober werden drei Wanderungen angeboten. Tour 1 und Tour 2 starten um 9 beziehungsweise 10 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus Treisbach und dauern fünf beziehungsweise vier Stunden. So kommen alle Teilnehmer zeitgleich zum Ziel, die Schöne-Aussicht-Hütte Treisbach, wo es einen gemeinsamen gemütlichen Ausklang geben wird. Auch die Teilnehmer der dritten Tour kommen dort hin. Sie starten aber erst um 11 Uhr und zwar in Amönau am Restaurant Meteora in der Raiffeisenstraße.

Neue Routen werden noch erschlossen

Diese Wanderung dauert nur 2,5 Stunden und wird sehr familienfreundlich gestaltet sein. Inhaltlich geht es um Märchen und die kann wohl kaum jemand besser erzählen als Karin­ Kirchhain, die nicht nur Wandererlebnisgestalterin ist, sondern von Hause aus Märchen- und Geschichtenerzählerin. Die zweite Tour wird von Karl-Heinz Mende begleitet. Er wird einiges über die Namensgeber des Pfades, die Gisonen erzählen und auch die Blicke der Teilnehmer auf fast, verschwundene Orte lenken, die einst von großer Bedeutung für die Gegend waren.Die erste Tour mit Bernd Homrighausen hat hingegen einen sportiven Charakter.

Das, was am 7. Oktober auf dem Rundwanderweg Gisonenpfad geboten wird, ist ein Vorgeschmack auf das, was im nächsten Jahr alles möglich werden soll. Dann werden natürlich auch andere Wanderrouten auf diese Weise neu erschlossen beziehungsweise erlebbar gemacht. So beispielsweise der Eibenhardtpfad bei Reddehausen, der Christenberg oder die Tour Himmelsberg.

von Götz Schaub

Hintergrund

Zur Organisation der drei Wanderungen am Sonntag, 7. Oktober, und der Verköstigung im Nachgang ist eine Anmeldung erwünscht. Diese­ kann ab sofort bei der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH unter Telefon 06421/99120 oder per E-mail unter info@marburg-tourismus.de vorgenommen werden. Vor den Wanderungen wird eine Teilnehmergebühr von sieben Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder ab zehn Jahren eingesammelt. Vom Zielpunkt Schöne-Aussicht-Hütte­ gibt es zum Dorfgemeinschaftshaus und auch nach Amönau einen Bus-Shuttle-Service zu den dort geparkten Autos. Veranstalter ist die Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH, spezieller Partner sind die Wanderfreunde Treisbach.
Alle weiteren Informationen zum Aktionstag „Wandererlebnis im Wandermärchen“ gibt es im Internet unter
 www.marburg-tourismus.de
Mehr über die Kriterien­ eines Premiumwanderweges gibt es unter www.wanderinstitut.de
Alles rund um die Wanderfreunde Treisbach lässt sich im Internet unter www.wanderfreunde-treisbach.de finden.