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Nordkreis Wald bei Cölbe ist wieder zugänglich
Landkreis Nordkreis Wald bei Cölbe ist wieder zugänglich
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20:24 28.04.2017
Freuen sich darüber, die Warnschilder abhängen zu können: Heinrich Opper (von links), Martin Peter, Markus Dörnbach, Angelika Löber, Karin Lölkes und Armin Orthwein. Foto: Tobias Hirsch Quelle: Tobias Hirsch
Cölbe

War es nur viel Lärm um nichts? Auf den insgesamt 90 Hektar großen Waldflächen, die sich im Besitz der Waldinteressenten Cölbe befinden, wurden seit Beginn der Absuche 2015 keine Blindgänger-Bomben gefunden. Nun, auch wenn keine gefunden wurden, war die Aktion mehr als gerechtfertigt. So schafft sie Gewissheit, dass dort keine unerkannte Gefahr lauert. Denn genau davon musste ausgegangen werden, als zuvor unter Verschluss gehaltenes Fotomaterial englischer Streitkräfte aus dem Zweiten Weltkrieg offenlegten, wo damals entlang der Bahnstrecke Cölbe-Sarnau Bomben abgeworfen wurden. Drei Jahre­ waren die Waldinteressenten gezwungen, mit Hinweisschildern im Wald auf ein Betretungsverbot hinzuweisen. „Das sorgte schon für viel Unmut“, sagt Markus Dörnbach, Vorsitzender der Waldinteressenten. Schließlich fand in dieser Zeit keine Waldbewirtschaftung statt.

Die Kindergärten und die Grundschule mussten auf die gewohnten Ausflüge in den heimischen Wald verzichten, Sportler und Spaziergänger ebenso, und selbst die Bejagung in diesem Gebiet wurde untersagt. Nun begrüßten die Vorstandsmitglieder Dörnbach, sein Stellvertreter Heinrich Opper sowie Kassierer Armin Orthwein und Schriftführer Martin Peter die SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Löber und in Vertretung von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer Karin Lölkes, Mitglied des Vorstands des CDU-Kreisverbandes. Dass der Wald nun wieder freigegeben werden konnte, hat auch ganz viel mit Löbers Engagement zu tun. Denn sie brachte ein wichtiges Thema in den Landtag ein, nämlich die Frage nach der Finanzierung der Absuche.

„Damals hätten wir als Privatwaldbesitzer Kosten von 10000 Euro pro Hektar gehabt“, sagt Dörnbach. Da sei es illusorisch gewesen, 90 Hektar absuchen zu lassen. Dann übernahm aber das Land doch die Kosten und so wurde 2015 mit der Absuche begonnen, die nun beendet ist.

Bis auf alte Zünder und Munitionsreste wurde in dem Gebiet letztendlich nichts gefunden. Doch hätte es durchaus sein können, was der Bombenfund an der Lahn bei Sarnau im vergangenen Jahr deutlich belegt. Wichtig: Da wo jetzt noch Warnschilder zu finden sind, gilt auch noch das Verbot. Dabei handelt es sich aber ausschließlich um Staatswald.

von Götz Schaub