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Nordkreis Wahlkampf auf dem Siedepunkt
Landkreis Nordkreis Wahlkampf auf dem Siedepunkt
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22:07 22.02.2012
Die Belebung der Altstadt wird sicher bald ein großes Thema in Wetter. Jetzt werden Bürger gesucht, die daran mitarbeiten wollen. Quelle: Thomas Breme

Wetter. 18 interessierte Bürger können nun von sich sagen, dass sie dabei waren, als der Bürgermeisterwahlkampf eine neue „Qualität“ erreichte. Nur, Susann Kalden war als Nicht-Parlamentsmitglied zum tatenlosen Zuschauen gezwungen wie auch SPD-Kandidat Dr. Richard Fett, der als Magistratsmitglied natürlich auch stumm blieb.

Kai-Uwe Spanka musste sich als Bürgermeister etwas unerwartet gegen schwere Geschütze erwehren, weil Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Eife offenbar die Inhalte der Redebeiträge verschiedener Parlamentarier sehr großzügig als zur Sache gehörig bewertete.

Den Anfang machte ein sichtlich emotional angegriffener CDU-Fraktionschef Volker Drothler, der mitunter mit zittriger Stimme seinen ganzen persönlichen Frust über Bürgermeister Kai-Uwe Spanka beim Tagesordnungspunkt „Widmung, Umstufung und Einziehung von Teilstrecken im Zuge der B 252 Ortsumgehung Münchhausen, Wetter und Lahntal“ von der Seele redete.

Eife griff dabei nur einmal ein und mahnte Drothler inhaltlich zur Sache zurückzukehren, aber Drothler ließ sich nicht stoppen und lieferte damit den Steilpass für den Verlauf der ganzen Sitzung. Jetzt, zum Ende der sechsjährigen Amtszeit Spankas, sah sich Drothler dazu berufen, sich massiv darüber zu beschweren, dass der Bürgermeister Vorlagen verschleppt habe, Stadtverordnete nicht rechtzeitig beziehungsweise planbar zu Terminen eingeladen habe und sogar abgegebene Angebote wie das der Eon zur Stromkonzession dem Parlament vollständig vorenthalten habe, nur um seine eigene Politik nicht zu gefährden. Er unterstellte Spanka damit eine bewusste Manipulation. Drothler versicherte Spanka, dass dessen Vertrauensvorschuss vollständig aufgebraucht sei und mittlerweile tief im Minus liege.

Diese Darstellung eines vor sechs Jahren unterlegenen Konkurrenten um das Bürgermeisteramt ging Parlaments-Neuling Rüdiger Draheim (Freie Linke) viel zu weit. „Wenn das alles so ist, wie Sie es sagen, hätte ich davon auch etwas spüren müssen.“ Die Einlassungen Drothlers empfinde er hingehen nur als peinlich, weil sie nichts zum Inhalt hatten als puren Wahlkampf, den Draheim als unfair definierte. Dann sagte er: „Ich fühle mich missbraucht, ihnen hier zuhören zu müssen.“

von Götz Schaub

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