Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Im "Wohnhof" wird jetzt gewohnt
Landkreis Nordkreis Im "Wohnhof" wird jetzt gewohnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:01 23.05.2018
Die Gartenanlage bietet den Bewohnern Platz, um warme Tage im Freien zu genießen. Quelle: Dominic Heitz
Anzeige
Goßfelden

Rund sieben Jahre lang haben sie an ihrem Traum gearbeitet, jetzt ist er Wirklichkeit geworden. Die Bauherren des „Wohnhofs“ in Goßfelden haben ihre Häuser offiziell eingeweiht.

Die Bauherren, das sind die Mitglieder der Baugemeinschaft, die mitten im Ort Wohnraum für Jung und vor allem Alt schaffen wollten, zum Teil für sich selbst, zum Teil, um zu vermieten.

„Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten“, fasste Dr. Bernhard Vohwinkel Planung und Bau zusammen. Vohwinkel wirkte als Geschäftsführer der Bauherren-Gesellschaft maßgeblich an dem Projekt mit und trieb es in all den Jahren immer weiter ­voran.

Gesamte Anlage ist barrierearm gestaltet

Der „Wohnhof“ ist jetzt fertig, die 17 Bewohner – von drei Jahren bis ins Seniorenalter – sind eingezogen. In vier Häusern sind zwölf Eigentumswohnungen entstanden, jeweils 65 bis 120 Quadratmeter groß. Die gesamte Anlage wurde barrierearm gestaltet, für die oberen Stockwerke gibt es einen Aufzug.

„Jeder hat spezielle Wünsche“, sagte Bernhard Vohwinkel über die Planung des Baus. Die Baugemeinschaft habe versucht, möglichst viele dieser individuellen Anforderungen umzusetzen. Zentrale Aufgabe für die Architekten des Büros „Integrale Planung“ war die Barrierefreiheit.

Für Marion Lehmann beispielsweise das wichtigste Kriterium. Sie ist aus Biedenkopf nach Goßfelden gezogen. „Ich hatte in der Zeitung von dem Projekt gelesen“, erinnert sie sich. „Mich hat vor allem angesprochen, dass hier altersgerecht gebaut wurde.“

Für die Politik ist ein Vorzeigeprojekt

Auch an Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit wurde gedacht: Es gibt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, ein Wärmedämmverbundsystem in Holztafelbauweise, Solarthermie, Grün­dächer und eine Zentralheizung, die mit Holzpellets betrieben wird. Über drei Millionen Euro haben die Bauherren in den „Wohnhof“ investiert.

Für die Politik ist es ein Vorzeigeprojekt. Landrätin Kirsten Fründt etwa hält es für beispielgebend für andere Kommunen. „Der Wohnhof wird den Ort beleben“, sagte sie.

Die Tatsache, dass hier unterschiedliche Generationen an einem Ort leben, hält die Landrätin zukünftig auch anderswo für eine „Notwendigkeit“. Auch Lahntals Bürgermeister Manfred Apell will den „Wohnhof“ als Vorbild verstehen.

„Oft fehlt im Alter der Mut, mal ein Risiko einzugehen“, sagte er. Das Projekt zeige aber, dass solcher Mut belohnt wird.
Apell verdeutlichte die Rolle von Bernhard und Ute Vohwinkel, die als „Menschenfänger“ andere von ihrer Idee begeistern konnten. Apell selbst hat „nicht ganz geglaubt, dass diese Vision irgendwann mal wirklich werden könnte“. Sprach er und nippte an seinem Sektglas.

von Dominic Heitz

Anzeige