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Nordkreis Verletzter Storch von Tierpfleger gesund gepflegt
Landkreis Nordkreis Verletzter Storch von Tierpfleger gesund gepflegt
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18:10 26.04.2017
Hermann Schmack, Erster Vorsitzender der NABU-Gruppe Wetter (rechts), ehrte Uwe Lenz für 25 Jahre Mitgliedschaft. Quelle: Freya Altmüller
Wetter

„Am Horst in Niederwetter fand eine erfolgreiche Brut statt“, so der Erste Vorsitzende des Vereins. Vier Jungtiere habe das Paar bekommen, eines sei jedoch im Juli unter dem Horstbaum verletzt aufgefunden worden. In der Tierklinik Gießen sei es geröntgt worden und hätte eingeschläfert werden sollen. Ein Tierpfleger ­habe sich dem Storch jedoch angenommen und pflegt ihn ­bis heute.

339 Nistkästen seien im vergangenen Jahr gereinigt worden. „Die Nester waren unterschiedlich belegt“, erklärte Schmack. „Das kann an den schlechten Wetterbedingungen liegen, aber auch wie in Amönau an einem Sperberrevier.“ Der Greifvogel fresse Singvögel.

Die Zahl der eingesammelten Amphibien sei enttäuschend, erklärte Schmack. Im Vergleich zum Vorjahr sei nur rund ein Drittel der Tiere mit dem Krötenzaun eingesammelt worden. 590 Kröten, Frösche und Molche seien es 2016 gewesen, im Vorjahr rund 1900. „Ob die große Wildschweindichte oder der Waschbär als Ursache verantwortlich ist, wäre zu klären“, so der Vorsitzende.

633 Tiere seien 2017 gefunden worden. Im kommenden Jahr solle der Zaun schon früher aufgestellt werden, um zu prüfen, ob das der Grund für die rückläufigen Zahlen sei.

Wildschweinbestand nimmt zu

„Circa hundert blühende Exemplare der Sumpfständelwurz konnten festgestellt werden“, erklärte Schmack bei seinem Bericht über die Pflegemaßnahmen, die die Vereinsmitglieder durchgeführt hatten. Das Aubachtal sei im Landkreis der letzte Standort der Orchideenart. 1986 habe der NABU dort Drainagerohre entfernt, als es nur noch drei blühende Exemplare gegeben habe. „Das hat sich gelohnt“, sagte der Vorsitzende. Das kleine Knabenkraut, eine andere Orchideenart, sei auf dem Trockenrasen Engelbacher Haardt mit 200 bis 300 blühenden Exemplaren vertreten.

100 neue Mitglieder seien im vergangenen Jahr dazugekommen, dank einer Mitgliederwerbung durch den Kreisverband. 170 Personen zähle die NABU-Gruppe Wetter nun.

Uwe Krüger, der sich privat seit Jahrzehnten mit Wildschweinen befasst, hielt einen Gastvortrag über zunehmende Bestände. Aufgrund des Klimawandels trage die Kälte häufig nicht mehr zur Dezimierung der Art bei. Zudem hätten es Spuren im Schnee den Jägern früher einfacher gemacht, die Tiere aufzuspüren.

Der gestiegene Anteil an Laubbäumen sei ebenso Grund für die Zunahme. Ein Buchenbestand liefere auf einem Hektar bis zu einer Tonne Bucheckern. „Das ist eine gewaltige Nahrungsressource für die Wildschweine“, so Krüger. Der Nährstoffeintrag beispielsweise durch den Luftverkehr leiste auch seinen Beitrag. „Der Stickstoff befähigt die Bäume, nach zwei bis drei Jahren wieder eine Mast zu produzieren.“ Wenn sie häufiger Früchte tragen würden, gebe es mehr Futter für die Wildschweine.

Der Vorsitzende Schmack ehrte langjährige Mitglieder des Vereins. 25-jährige Jubiläen feierten: Gerhard Bolz, Friedhelm Hilberg, Günther Rühl, Hagen Henkel, Uwe Lenz, Stefan Pitzer und Holger Jacob. Seit 40 Jahren Mitglied ist Dieter Schneider.

von Freya Altmüller