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Nordkreis Verlängerung im Zoff um Kita-Konzept
Landkreis Nordkreis Verlängerung im Zoff um Kita-Konzept
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18:41 07.01.2013
Wetter

In der Dezembersitzung hatte die Stadtverordnetenversammlung mit den Stimmen von CDU, Grünen, FDP und Linken das Vorhaben abgelehnt. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka hatte Widerspruch gegen den Beschluss eingelegt, weil er „nach pflichtgemäßer Prüfung des Beschlusses das Wohl der Gemeinde gefährdet“ sieht.

Hintergrund: Bis zum Donnerstag muss die Stadt Fördermittel des Landes in Höhe von 90000 Euro für den Ausbau der U-3-Betreuung in Wetter abrufen, danach verfällt das Geld für die Stadt.

Zudem geht die Stadt davon aus, das Vorhaben mit einer sechsstelligen Summe aus dem Dorferneuerungsprogramm bezuschusst zu bekommen, weil mit dem Erwerb und Umbau der Klonk‘schen Halle ein längerfristiger Leerstand vermieden werden könnte und ein wichtiger Schritt für die Gestaltung des neuen Dorfmittelpunktes getan würde.

Dass die Stadt Wetter noch zehn zusätzliche Plätze für den Ausbau der U-3-Betreuung schaffen muss, ist ebenso unstrittig wie die Tatsache, dass die Raumsituation in der Kita Oberrosphe unzureichend ist. Streit gibt es über den Lösungsansatz. Spanka, selbst in Oberrosphe wohnhaft, hatte mit Unterstützung der SPD-Fraktion vorgeschlagen, die frühere Glasmalerei in der Nachbarschaft zu kaufen und für die Kita umzubauen. Die Trägerschaft der U-3-Betreuung solle in die Hände des St.-Elisabeth-Vereins gelegt werden.Geschätzte Kosten: 500000 Euro.

Der Parlamentsmehrheit ist das zu teuer. Für CDU, Grüne, Linke und FDP haben bei der Erfüllung der U-3-Vorgaben „alle Maßnahmen des Umbaus und des Ausbaus“ Vorrang vor Investitionen in neue Standorte. Argumentiert wird vor allem mit dem „demografischen Wandel“.

Gedacht ist vor allem an die Einrichtung einer U-3-Gruppe an der kirchlichen Einrichtung „Die Arche“. Das lehnt Spanka ab, da die Einrichtung „trotz Aufforderung von Seiten des Magistrats bis heute nicht die gesetzlichen Standards der Mindestverordnung“ erfülle, argumentiert er.

Der Ortsbeirat Oberrosphe unterstützt wiederum das Unternehmen. Er sieht im Aufbau einer U-3-Gruppe in Oberrosphe nicht nur ein Angebot für U-3-Kinder auch in Mellnau und Unterrosphe, das auf kurzem Wege erreichbar wäre. In einem offenen Brief an alle Stadtverordneten verweist das Gremium auch auf die Bemühungen im Ort, den demografischen Wandel zu gestalten: Man müsse versuchen, „den Ort, sprich die Infrastruktur, die gesellschaftlichen Angebote für Jung und Alt sowie die dörfliche Gemeinschaft so zu gestalten und aufzubauen, dass sowohl die aktuellen Bewohner gerne bleiben als auch neue Einwohner angezogen werden“.

Der Elternbeirat verweist auf die „äußerst beengten Räumlichkeiten“ in der Kita Oberrosphe. Vier Kinder müssten bereits nach den Winterferien in andere Kitas, Gruppen würden auseinandergerissen.

„Die Dorfgemeinschaft von Oberrosphe stemmt sich schon seit Jahren mit unterschiedlichen Aktivitäten und Projekten erfolgreich gegen den demografischen Wandel“, sagt Svenja Sauerwald vom Elternbeirat und erwähnt unter anderem das Bioenergiedorf Oberrosphe. Ausschlaggebende Punkte für den Verkauf von gleich sechs Bauplätzen im Ort seien daneben die Schule und die Kita .

CDU-Fraktionschef Volker Drothler sagte der OP, für ihn seien nach wie vor wesentliche Fragen nicht geklärt. Spanka habe noch immer nicht erläutern können, ob es preisgünstigere Alternativen gebe. Er will dem Vorhaben heute wohl nicht zustimmen, „weil ich Verantwortung für die ganze Stadt zu tragen habe“. Drothler kritisierte Spanka scharf wegen des Widerspruchs gegen den Beschluss der Gemeindevertreter. „Ich muss mir nicht vorwerfen lassen, das Wohl der Stadt zu gefährden“, sagt Drothler.

Noch hofft Spanka, dass das Parlament seinen Beschluss vom Dezember zurücknimmt und dem Kauf der Klonk‘schen Halle zustimmt. Das „Rad an Prüfaufträgen“ werde durch den Beschluss vom Dezember wieder an den Anfang gedreht. Alle Fragen seien bereits abgearbeitet und entsprechend erläutert worden.

Die Stadtverordnetenversammlung trifft sich heute Abend um 20 Uhr in der Stadthalle zu ihrer Sondersitzung.

von Till Conrad

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