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Goßfelden in Angst vor dem Durchgangsverkehr

Neubau der B 252 Goßfelden in Angst vor dem Durchgangsverkehr

Ende 2019 soll die neue B 252 zwischen Wetter und Lahntal fertig werden, der Anschluss an die B 62 aber voraussichtlich nicht. In der Zwischenzeit könnten Autos und Lkw aus Norden über Goßfelden in Richtung Marburg fahren. Deshalb will Bürgermeister Manfred Apell die Ortsdurchfahrt unattraktiver machen.

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Bürgermeister Manfred Apell moderierte die Diskussion zwischen Bürgern und Verkehrsplanern zu Veränderungen an der Ortsdurchfahrt in Goßfelden.

Quelle: Dominic Heitz

Goßfelden. Lahntals Bürgermeister Manfred Apell (SPD) will die Durchfahrt in Goßfelden verändern. Das Ziel: Der Fernverkehr soll einen Bogen um den Ort machen. Veränderungen an der Straße sollen den Verkehr verlangsamen. Dann möchte Apell die Einrichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer beantragen. Und am liebsten auch noch den Lkw-Verkehr im Ort verbieten lassen.

Um mit einem Antrag auf Tempo 30 Aussicht auf Erfolg zu haben, müsse die Straße in Goßfelden verändert werden, sagte der Bürgermeister bei einer Bürgerversammlung in der Lahnfelshalle. Ein Marburger Ingenieurbüro hat hierfür Vorschläge erarbeitet und am Dienstagabend präsentiert. Anschließend diskutierten die Anwesenden – und stimmten am Ende über die Vorschläge darüber ab.

Bürgermeinung soll zählen

Das Ergebnis der Abstimmung sei für die Gemeinde zwar nicht bindend, erklärte Apell. Die ­endgültige Entscheidung müsse­ die Gemeindevertretung treffen. Aber die Gemeindevertreter würden die Ergebnisse der Diskussionen in der Lahnfelshalle­ berücksichtigen, sagte er. Mit der Bürgerversammlung wolle er sich ein Bild von der Meinung der Bürger machen. „Ich möchte wissen, was sie wollen“, sagte der Bürgermeister.

Zunächst stellten Jochen Kempf und Laura Werner vom Ingenieurbüro Gringel ihre Vorschläge vor. Die größte Änderung könnte ein Kreisel an der Kreuzung Marburger Straße und Sarnauer Straße sein. Jeder Straßenarm soll einen Fahrbahnteiler bekommen, im Süden könnte eine Querungshilfe­ für Fußgänger und Radfahrer entstehen.

Enge Straße, zäher Verkehr

Eine weitere Querungshilfe könnte zwischen Sparkasse und der Apotheke entstehen, außerdem einige Stellplätze am Fahrbahnrand. Auch in anderen Bereichen der Straße schlagen die Planer neue Stellplätze vor. Insgesamt soll die Ortsdurchfahrt durch die Umgestaltung enger werden; maximal sechs Meter stünden dem Verkehr dann zur Verfügung. Mit einer engeren Straße, mehr geparkten Autos, dem Kreisel und veränderten Bushaltestellen wird der Verkehr deutlich zäher durch den Ort fließen, so das Kalkül der Planer.

In der anschließenden Aussprache äußerten die Goßfeldener Kritik. So gab eine Bürgerin zu Bedenken, dass auch die Ortsansässigen mit dem Auto fahren und von der Verkehrsberuhigung betroffen wären. „Wir kommen dann selbst nicht mehr voran“, sagte sie. Eine andere Frau machte auf den Verkehrslärm aufmerksam. Jeder müsse dann ständig stoppen und anfahren. Und gerade Lkw würden dann wesentlich mehr Krach verursachen, fürchtet sie.

Rückenwind aus der Bevölkerung

Die Anwesenden brachten auch eigene Vorschläge in die Diskussion ein. Hessen Mobil müsse mit Schildern den Verkehr um Goßfelden herumleiten. „Da gehe ich sowieso von aus“, entgegnete Apell. Eine Bürgerin warf die Frage nach zusätzlichen Ampeln im Ort auf – „kriegen wir nicht, glauben sie mir“, so die Antwort des Verwaltungschefs.

Unterm Strich gab es aber sowohl für die Strategie des Bürgermeisters als auch die Vorschläge des Ingenieurbüros eine breite Mehrheit bei den Abstimmungen. Mit der Zustimmung aus der Bevölkerung im Rücken möchte Manfred Apell das Vorhaben nun weiter vorantreiben. „Bevor wir etwas umsetzen, bekommen sie jeden Plan nochmal zu sehen“, kündigte er an.

„Wir machen uns damit auf den Weg nach Wiesbaden und versuchen, Tempo 30 umzusetzen.“ Auch den Zeitrahmen gab Apell vor: In anderthalb Jahren sollen die Änderungen umgesetzt sein. Das wäre dann eine Punktlandung und zeitgleich mit der B 252 zwischen Wetter und Goßfelden fertig.

von Dominic Heitz

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