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Unentbehrlich für die Dorfgemeinschaft

Heimatverein Amönau Unentbehrlich für die Dorfgemeinschaft

„Weit mehr als 50 Jahre Blumen pflanzen“: Mit etwa 120 Gästen feierte der Heimatverein Amönau am Freitagabend vor dem Rapunzelmarkt einen runden Geburtstag.

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Während des Festkommerses, bei dem die Grenzgangmusikanten aus Goßfelden aufspielten, wurden Gründungsmitglieder geehrt: Johannes Fett (von links), Wilhelm Issel, der Vorsitzende Kurt Muth, Heinrich Lind, Ludwig Theis, Karl Muth und Gerhard Wiegand.Foto:

Quelle: Manfred Schubert

Amönau. „Die Heimatvereine sind unentbehrliche Bausteine unserer Gesellschaft und ein wichtiger Faktor für die Zukunft. Wir wissen, wie schwierig es ist, ehrenamtliches Engagement aufrechtzuerhalten und das Leben in den Dörfern in Schwung zu halten“, unterstrich Bürgermeister Kai-Uwe Spanka in seinem Grußwort die Bedeutung des Jubiläumsvereins.

Dabei hatte er zum einen die entscheidende Rolle des Heimatvereins dabei im Blick, dass Amönau es 1991 als erster Stadtteil von Wetter in das Dorferneuerungsprogramm schaffte und dieses erfolgreich bewältigte. Zum anderen hob er hervor, dass der Heimatverein dazu beitrage, dass Amönau eines der besten Beispiele für Integration Zugezogener in die Dorfgemeinschaft sei.

Ortsvorsteherin Sigrid Diehl betonte ebenfalls, dass der Heimatverein weit mehr geleistet habe, als „50 Jahre Blumen pflanzen“. Bei seiner Gründung hatte er sich neben der Dorfverschönerung den Aufschwung des Fremdenverkehrs im Ort zum Ziel gesetzt. Dass er dabei erfolgreich war, belegte Diehl mit einer Zahl: 1965 habe man 6500 Übernachtungen in Amönau verzeichnet. Heute gebe es vor allem Tagestourismus, aber vielleicht könnten sich einige Bewohner dazu entschließen, Ferienwohnungen anzubieten, regte sie an.

Vom Deutschen Eck Anfang der 60er Jahre bis zur Verbreiterung und Pflasterung des Hauptweges und der Fertigstellung der Wasserentnahmestellen des Friedhofs vor kurzem, habe der Heimatverein Amönau an vielen Stellen verschönert. Der auf seine Initiative zurückgehende Rapunzelmarkt und die Turmwerkstatt mit ihren Musicals tragen zur überregionalen Bekanntheit Amönaus bei. Der Vorsitzende Kurt Muth versuchte zu zeigen, was den 112 Mitglieder zählenden Heimatverein heute ausmacht. Vom Dorfverschönerer sei er zum Dienstleister geworden, Muth zählte einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit auf. Er übernahm den Ausbau und die Verwaltung der Grillhütte, bietet regelmäßige Veranstaltungen wie das Gänseessen und Radwanderungen an. Auch im Naturschutz engagiert er sich, wie beim Erhalt des Magerrasens vor der Koppe durch die Ansiedelung von Kamerunschafen. Die „vierbeinigen Vereinsmitglieder“ seien vielen Bürgern wohl ans Herz gewachsen und es gebe inzwischen auch ein gewisses „Schaf-Leasing“.

Zu Amönaus 1000-Jahr-Feier 2008 gründete sich auf Initiative des Heimatvereins der Arbeitskreis Dorfgeschichte und erstellte das 600 Seiten starke Buch „Geschichte und Geschichten von Amönau“. Zum 1010. Jahr der Ersterwähnung sei eine Ergänzung dieses Werkes, welches jede neu zugezogene Familie als Geschenk erhalte, geplant, sagte Muth. „Kurzum: Fast immer, wenn im Dorf etwas getan wird, ist der Heimatverein Ansprechpartner.“ Sechs der 18 noch lebenden Gründungsmitglieder waren zur Feier gekommen. Diesen überreichte Muth Ehrenurkunden.

Heinz Aßmann, früher selbst Vorsitzender des Heimatvereins, führt dessen Chronik seit vielen Jahren in Wort und Bild. Er zeigte in einem halbstündigen Vortrag Fotos aus der Vereins- und Dorfgeschichte, die die Gäste sehr interessiert betrachteten und häufig kommentierten, besonders wenn sie sich, Verwandte und Nachbarn auf Jugendfotos erkannten. Anschließend unterhielten die Grenzgangmusikanten Goßfelden die Gäste mit flotter Blasmusik.

von Manfred Schubert

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