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Unblutige Jagd mit Pferd und Hund

Reitsport-Ereignis Unblutige Jagd mit Pferd und Hund

Aufgeregt einer Spur folgende Hunde, galoppierende und über Hindernisse springende Pferde: bei herrlichem Frühlingswetter verfolgten etwa 100 Zuschauer die Schleppjagd in den Wäldern und Wiesen um Wollmar.

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Die Jagdgesellschaft bei bestem Wetter unterwegs bei Wollmar.

Quelle: Manfred Schubert

Wollmar. „Es ist Leistungssport, aber keiner, in dem es Sieger gibt. Die Anforderungen sind gleich groß wie im Reitturniersport. Und es gibt Überraschungsmomente: die Teilnehmer kennen meist die Strecke nicht, Wild kann aus einer Hecke ausbrechen“, erläuterte Dr. Peter Hörter vom Vorstand des Pferdesportvereins (PSV) Lupinenhof Münchhausen-Wollmar Jagdherr. Er und seine Frau Anke waren in diesem Jahr die Jagdherren bei der Schleppjagd, zu der der Verein nach Wollmar eingeladen hatte.

Damit ist der PSV Lupinenhof auf dem Wege, Hörters Ankündigung aus dem Vorjahr umzusetzen: diesen Sport zur festen Institution werden zu lassen. Nach 1993, 2015 und 2017 fand am Sonntag die vierte Schleppjagd in Wollmar statt. Dabei kommt den Veranstaltern zugute, dass der Weg zur Präsidentin der „Taunusmeute“, einer der beiden hessischen Vereine, die eine eigene Hundemeute führen, nicht weit ist. Julia Läßig wohnt in Wetter und ist auch Mitglied des dortigen Reitvereins.

Hindernisse von bis zu 80 Zentimetern

Bei der Begrüßungsansprache vor den 32 Reitern und etwa 100 Zuschauern am Sportplatz freute sich Hörter über den guten Zuspruch. Sogar aus Landshut war ein Teilnehmer angereist. Aufgrund der feuchten Bodenverhältnisse verlief die Jagdstrecke in diesem Jahr anders als zuletzt und war mit 14 Kilometern kürzer als im Vorjahr. Zudem muss bei einer Frühjahrsjagd auf die Fitness durch das erst begonnene Training für Pferde und Hunde Rücksicht genommen werden.

Eingeteilt war diese in sechs so genannte „Runs“, etwa eineinhalb Kilometer lange Galoppstrecken, auf denen insgesamt zehn Hindernisse von bis zu 80 Zentimetern Höhe das Können von Reitern und Pferden herausforderten. Sie zu nehmen, war keine Pflicht, wer sich Sprünge nicht zutraute, durfte sie umreiten. „Das Jagdreiten ist heute kein elitärer Sport mehr, wer sattelsicher ist und ein geeignetes Pferd hat, kann daran teilnehmen“, betonte Hörter.

"Jede Jagd ist auch ein Fest"

Die Zuschauer fuhren mit Kutschen, hinter Trecker gespannten Planwagen oder Pkw an die Stellen, an denen sie jeweils den besten Blick auf die dahinjagende Meute – bestehend aus 22 englischen Foxhounds – und die Hindernisse überspringenden Reiter hatten. Jeweils voraus eilten drei Reiter, darunter der sogenannte Schleppenleger, der Pansenlauge auf die Strecke tropfen ließ, um die Duftspur für die Hunde zu legen.

Die „Aeser Bläserwehr“ aus Niederasphe gab mit ihren Jagdhörnern das Signal zum Abritt und begleitete das Geschehen akustisch. Die Zuschauer erfassten nur in jeweils kurzen Ausschnitten die Dynamik der Jagd, wenn Hunde und Reiter im Blickfeld erschienen. Diese Momente vermittelten aber einen guten Eindruck von der ganz eigenen Ästhetik und Faszination dieses Sports, bei dem seit 1934 in Deutschland kein lebendes Wild mehr gejagt werden darf.

„Jede Jagd ist auch ein Fest“, sagte Hörter. So brannte nach der unfallfreien Rückkehr aller Reiter ein Feuer am Sportplatz. Brigitte Roggendorf, „Master of Hounds“ der Taunusmeute, zeichnete Suat Yilmaz aus Büdingen für seinen 50. Jagdritt mit der Taunusmeute aus. Wer selbst bei einer Schleppjagd mit der Taunusmeute dabei sein möchte, hat am 3. Oktober in Warzenbach Gelegenheit dazu.

von Manfred Schubert

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