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Für den Grasfrosch wird es jetzt eng

Trockene Bachläufe Für den Grasfrosch wird es jetzt eng

Die anhaltende Hitze und die damit einhergehende Trockenheit sorgt mancherorts, wo gewässert wird, für wahre Naturschauspiele. Für einige Kleintiere und junge Pflanzen bedeutet die
 Hitze aber schon das Aus.

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Störche bei der Futtersuche auf einer Wiese bei Todenhausen.

Quelle: Tobias Hirsch

Wetter. Wer rumkommt und die Augen offenhält kann im Landkreis dieser Tage interessante Zusammenkünfte erleben. So zählte Hermann Schmack, Vorsitzender der Ortsgruppe Wetter des Deutschen Naturschutzbundes, tatsächlich 48 Störche auf einem Fleck, nämlich in der Wetschaftsaue bei Sarnau.

Dort gibt es die Felder mit dem Graben- und Schleusensystem. Als dort Wasser auf die Felder kam, muss sich das bei den Störchen wie ein Lauffeuer rumgesprochen haben. Schmack glaubt aber nicht, dass die Störche schon unter einer Verknappung des Nahrungsangebots leiden. „Für die Aufzucht des Nachwuchses gibt es sicherlich noch Regenwürmer und Heuschrecken“, sagt Schmack.

Die Kröten seien bereits in Richtung Wald abgezogen, um dort Schutz zu finden, einzig um den Grasfrosch sei es jetzt schlecht gestellt, meint Schmack. Grasfrösche leben in feuchten Wiesen, in Grasböschungen in Grabennähe oder an Tümpeln. „Der Engelbach führt aber keinen Tropfen Wasser mehr, das habe ich noch nie erlebt“, sagt Schmack.

Schattiges Plätzchen für die Forellen

Weiter unten, wo der Bach dann Treisbach heißt, ist wieder Wasser im Bachbett, aber längst nicht mehr so viel wie gewöhnlich. Auch in Amönau dürfte es den Fischen im Bach mitunter schon sehr warm werden.

Die Forellen werden sich sicher schattige Plätzchen suchen. Die Wetschaft in Wetter ist noch gut dabei, auch wenn dort schon merklich weniger Wasser fließt. Im Burgwald, wo die Wetschaft beginnt, sind auch schon erste Auswirkungen der Trockenheit zu erkennen. „Das Oberflächenwasser ist nicht mehr vorhanden.

Dadurch sterben Jungpflanzen, die in den letzten beiden Jahren gesetzt wurden und dementsprechend noch kein tiefes Wurzelwerk haben, ab“, sagt Eberhard Leicht, Leiter des Forstamts Burgwald. Für ihn besonders ärgerlich: Auch die gesäten Tannen, die es gerade zu zarten Pflanzen geschafft haben, werden gnadenlos Opfer der Hitzewelle.

Auch einige Neupflanzungen direkt im Wald, die den Wald eigentlich artenreicher machen sollen, strecken die Waffen aufgrund der Trockenheit. Und auch die Orte, die den Burgwald so besonders machen, die Moore, haben jetzt deutlich weniger Wasser.

Weidevieh braucht jetzt deutlich mehr Wasser

„Das wirft unsere Planungen etwas zurück, wir wollen ja eigentlich, dass sich die Moore vergrößern. Dazu brauchen wir jetzt ausgiebigen Regen“, sagt Leicht. Für die Waldtiere im Burgwald sieht er keine Gefahr.

Es gebe noch ausreichend Stellen mit Wasser. Was ihm aber auffällt ist, dass es wegen der Hitze deutlich weniger Bewegung bei den Wildtieren gibt. Auch Weidetiere bewegen sich nicht unbedingt viel dieser Tage.

Landwirte sollten nur daran denken, dass ihre Tiere bei solchen Temperaturen weit mehr Wasser trinken, eine Milchkuh beispielsweise 150 Liter pro Tag. Entsprechend sollte das Wasser immer leicht erreichbar für sie sein.

Auch Pferde brauchen jetzt viel mehr Wasser als sonst üblich. Karl-Heinz Prisille vom Nabu Reddehausen erinnert auch daran, dass die heimischen Vögel derzeit über jede Vogeltränke glücklich sind, weil es im Feld kein Wasser mehr gibt.

von Götz Schaub

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