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Todenhausen: Ein fleißiges Dorf lässt seine Geschichte aufleben

Hugenottenmarkt Todenhausen: Ein fleißiges Dorf lässt seine Geschichte aufleben

Mehr als nur ein Hauch von damals: Mit Traditionen und der aktiven Dorfgemeinschaft von heute bezauberte Todenhausen gestern bei seinem ersten Hugenotten- und Waldensermarkt die zahlreichen Besucher.

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Es war einiges los beim Markttreiben in Todenhausen. Viele Besucher kamen in traditionellen Trachten der Hugenotten und Waldenser.Fotos: Martina Koelschtzky

Todenhausen. Kulinarisches wie Handwerkliches zog die Besucher in Scharen an, und sie kamen längst nicht nur aus dem Landkreis. Ortsvorsteher Ralf Funk hatte allen Grund, stolz auf sein Dorf zu sein, wie er bei der Eröffnung sagte.

Der bunte Markt bot den Besuchern einen Einblick in die Tradition der Hugenotten und Waldenser, die im 17. Jahrhundert nach Mittelhessen flüchteten. Aus den ungeliebten „Asylbewerbern“ von damals sind lange Einheimische geworden, deren Handwerk wie ihre Sprache - eine Mischung aus französischen Worten und heimi­schem Dialekt - unsere Region mitprägten.

So stammt zum Beispiel die „Frankfurter Grüne Soße“ keineswegs aus Hessen, sondern wurde von den Hugenotten und Waldensern mitgebracht. Auf dem Markt konnten die Gäste sie aus frischen Kräutern aus dem Garten von Katharina Funk und Gisela Hampel zubereitet genießen.

Ein buntes Bild boten Todenhäuser Bürger sowie viele Marktbesucher, die in der traditionellen Tracht der „Franzosen“ gekommen waren. Das leuchtende Blau als Zeichen der Hugenotten zierte Kragen und Halstücher, Fahnen und Bänder. Auch das Angebot vieler der 43 Aussteller zeigte die Traditionen der französischen Einwanderer: Backhausbrot mit Ziegenkäse aus Todenhausen, Schmalzbrot und dazu Holundersekt aus Wiesenfeld; Wolle spinnen oder Seile drehen wie früher. Nicht nur die Todenhäuser, auch die Hugenotten- und Waldenser-Orte Wiesenfeld, Schwabendorf und Hertingshausen beteiligten sich und hatten nicht nur ihre Ortsvorsteher mitgebracht.

Stolz war Funk auch darauf, dass es ihm gelungen ist, für den Markt eine Bedarfshaltestelle der Kurhessenbahn an der ehemaligen Haltestelle Todenhausen einrichten zu lassen. Ehrenamtliche des „Arbeits­kreises Schienenverkehr Südwestfalen“ trugen eine mobile Treppe für die Aussteigenden herbei und empfingen sie mit Süßigkeiten. Er hoffe, dass dies der Auftakt dazu sein, wieder eine feste Haltestelle zu bekommen, sagte Funk, der sich hoch zufrieden mit dem ersten Markt der Todenhäuser zeigte.

Trotz unbeständigen Wetters riss der Besucherstrom den ganzen Tag nicht ab. Besondere Aktionen zeigten zudem die Voltigiergruppe des Reit- und Fahrvereins Edertal und die Kindertanzgruppe des Radsportvereins Simtshausen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Posaunenchor Wetter-Todenhausen und die Stadtkapelle Wetter. Der rundum gelungene Markt werde sicher eine Wiederholung finden, versprach Funk.

von Martina Koelschtzky

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