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Todenhäuser wollen gern einsteigen

Ortsbeirat Todenhäuser wollen gern einsteigen

Todenhausen möchte wieder eine Bedarfshaltestelle der Bahn haben. Eine Umfrage im Dorf zeigt, das 70 Personen die Bahn regelmäßig nutzen wollen. So einig ist man sich bei der Windkraft nicht.

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Nicht nur vorbeifahren, sondern bei Bedarf auch wieder halten soll der Zug in Todenhausen. Das wünscht sich zumindest die Dorfbevölkerung.

Quelle: Martina Koelschtzky

Todenhausen. Ortsvorsteher Ralf Funk berichtete im Ortsbeirat, dass 34 Todenhäuser die Bahnverbindung täglich beruflich nutzen möchten, ebenso 38 Schüler für die Fahrt zur Schule. Fünf weitere Todenhäuser möchten die Bahn unter der Woche gelegentlich nutzen, am Wochenende sind es 34 Fahrgäste aus dem Wetteraner Ortsteil. Das habe eine Umfrage in allen Haushalten des Ortes ergeben.

Bereits im Januar 2011 habe er Kontakt mit der Bahn wegen der Wiedereinrichtung der Bedarfshaltestelle Todenhausen am Bahnübergang Richtung Amönau aufgenommen, berichtete Funk dem Ortsbeirat. Dort hatte bis in die 1970er Jahre die Haltestelle bestanden. Die Bahn beziffere die Kosten für die Einrichtung auf 250.000 Euro für die Stadt Wetter, 85 Prozent davon seien förderfähig.

Nun solle der Magistrat eine genaue Kostenaufstellung erarbeiten, damit die Maßnahme in den Haushalt für 2013 eingestellt werden könne, forderte der Ortsbeirat einstimmig. Zugestimmt habe die Deutsche Bahn einer kurzfristigen Einrichtung der Bedarfshaltestelle zum Hugenotten- und Waldensermarkt am 24. Juni.

Bei einem Ortstermin mit der Stadt Wetter und der Bahn sei festgestellt worden, dass dazu 70 Tonnen Schotter neben dem Gleis aufgeschüttet werden müssen. Auf eineinhalb Tage Arbeit des Bauhofes mit einem Bagger sei der Aufwand geschätzt worden. „Das sind dann schon Vorarbeiten für die Wiedereinrichtung der dauerhaften Haltestelle“, meinte Funk.

Ein Halt beim Hugenotten- und Waldensermarkt

Die Bahn werde Notausstieghilfen für diesen Tag installieren und Personal stellen, damit beim Ein- und Ausstieg keine Gefahr bestehe. Nun solle der Magistrat die Arbeiten in die Wege leiten.

Der Ausbau des Fußweges über den Kolonistengärten zu einem Fahrweg werde rund 12.600 Euro kosten, berichtete Funk von einer Anfrage bei der Stadt. Eine Anwohnerin habe den Ausbau beantragt, da die sechs Gartenbesitzer nicht zu ihren Gärten fahren könnten und selbst den Rasenmäher den Hang hinauf tragen müssten.

Diese Kostenschätzung bedeute aber, dass jeder Anlieger rund 2.100 Euro zu zahlen habe. „Wäre es nicht sinnvoller, die Anlieger räumten sich gegenseitig ein Wegerecht über ihre Grundstücke ein, so dass sie die Gärten seitlich befahren können“, schlug der Ortsbeirat vor. Keine Mehrheit fand sich im Ortsbeirat für eine gemeinsame Informationsveranstaltung mit dem Mellnauer Ortsbeirat zu den geplanten fünf Windrädern mit rund 170 Metern Höhe zwischen den beiden Orten.

„Wir können als Ortsbeirat keine Stellung beziehen, weil das Dorf in dieser Frage gespalten ist“, bedauerte Funk. Wer Flächen im fraglichen Gebiet besitze, sei dafür, wer keine habe, mache sich große Sorgen. „Wir möchten jedenfalls vorher wissen, was auf uns zu kommt“, sagte er.

Ortsbeirat ist beim Thema Windkraft gespalten

Ein Ortsbeiratsmitglied berichtete, sich das ähnlich große Windrad in Breidenbach-Oberdieten angesehen zu haben und den Lärm als sehr unangenehm zu empfinden. „Es klingt, als fliege da ein Flugzeug, aber es bleibt da“, sagte er.

Dagegen meinte ein anderer Ortsbeirat, sowohl von der Sicht als auch von den Geräuschen werde eher Mellnau als Todenhausen betroffen sein. Auch Mitglieder des Ortsbeirates besitzen Flächen im Plangebiet.

Das Baurecht für die Ortsumgehung im Zuge des Neubaus der B252 sei nun „in greifbare Nähe gerückt“, kommentierte Funk die Hochstufung des Vorhabens im Bundesverkehrswegeplan. „Auch durch eine Klage des Naturschutzbundes (Nabu) kann die Straße nicht mehr verhindert werden, nur noch verzögert“, glaubt er. Der Ortsbeirat hält es für sinnvoller, dass der Nabu Hessen auf die angekündigte Klage verzichtet. „Dass die betroffenen Ortsverbände Wetter und Münchhausen die Klage nicht unterstützen, zeigt doch, dass eine Klage des überregionalen Verbandes Geld- und Zeitverschwendung auf Kosten der Anwohner ist“, sagte Ortsbeirat Werner Kahler.

von Martina Koelschtzky

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