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Tod des Opfers ändert jetzt die Anklage

Wetteraner vor Gericht Tod des Opfers ändert jetzt die Anklage

Der Fall eines 20-jährigen Wetteraners, der einen 57-jährigen Mann auf dem Schlecker-Parkplatz in Wetter mit einem Schlag niedergestreckt hatte, wird vom Amtsgericht an das Landgericht Marburg verwiesen.

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Marburg. Der Fall eines 20-jährigen Wetteraners, der einen 57-jährigen Mann auf dem Schlecker-Parkplatz in Wetter mit einem Schlag niedergestreckt hatte, wird vom Amtsgericht an das Landgericht Marburg verwiesen. Der 57-Jährige war nach dem Schlag des Angeklagten, so unglücklich gefallen, dass er sich beim Aufprall ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog. Nach einem längeren Klinikaufenthalt, war er im April verstorben. Mittels ärztlicher Gutachten sollte gestern vor Gericht geklärt werden, ob der Tod des 57-Jährigen in unmittelbarem Zusammenhang mit der gefährlichen Körperverletzung stehe. Die Untersuchungen des Feingewebes und eine toxikologische Untersuchung standen bisher noch aus. Darüber hinaus fehlten noch die Informationen über den Klinikaufenthalt des Geschädigten direkt nach der Tat. Am gestrigen Verhandlungstag lagen diese Ergebnisse vor und wurden von der Gerichtsmedizinerin Dr. Gabriele Lasczkowski, die die Obduktion des Mannes übernommen hatte, erläutert.

Nach der Tat sei der nun Verstorbene in eine Rehabilitationsklinik in Braunfels überwiesen worden. Die Diagnose: schweres Schädel-Hirn-Trauma. Schon direkt nach der Aufnahme habe Lebensgefahr bestanden, verursacht durch eine starke Hirnblutung. Im weiteren Verlauf sei es zu einer Lungenentzündung, einem Harnwegsinfekt und starken Beeinträchtigungen des Nervensystems gekommen. Zuletzt sei er stark pflegebedürftig gewesen und habe im Wachkoma gelegen. Am Todestag hatte sich seine Atmung verschlechtert, so dass er wieder ins Krankenhaus gebracht wurde. Eine Überdosierung von Medikamenten schloss Dr. Lasczkowski klar aus. Auch habe es keine Anzeichen für einen Herzinfarkt gegeben. Vielmehr seien viele Entzündungsherde an der Lunge für den Tod verantwortlich. Der Schlag des 20-jährigen Angeklagten hatte das Schädel-Hirn-Trauma verursacht, das den Geschädigten ans Bett fesselte. Eine Beatmung war notwendig geworden, in deren Folge die Entzündungsherde an der Lunge aufgetreten waren. Dies sei der normale Verlauf der Folgeerscheinungen eines Schädel Hirn-Trauma.

Ursprünglich war der 20-Jährige wegen schwerer Körperverletzung angeklagt worden, da zum Zeitpunkt der Anklage der Geschädigte noch gelebt hatte. „Nach der Beweisaufnahme, insbesondere nach der Vernehmung der Sachverständigen, ist der Angeklagte hinreichend verdächtig, eine Körperverletzung mit Todesfolge begangen zu haben“, so Richter Cai Adrian Boesken. Es erging somit der Beschluss, den Fall aufgrund der veränderten Sachlage an das Landgericht zu verweisen.

von Kristina Gerstenmaier

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