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Tante Emma heißt Hans Dehnert

Nostalgie in Treisbach Tante Emma heißt Hans Dehnert

Hans Dehnert führt eines der letzten „Tante-Emma-Lädchen“ im Landkreis. Von der Stricknadel bis hin zu Frischeprodukten hat er alles da. Doch die Kunden zieht es in die großen Supermärkte.

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Hans Dehnert liebt sein kleines Lädchen. Er kennt seine Kunden, seine Kunden kennen ihn. Von Käse bis hin zu Hosenträger-Schnallen hat Dehnert alles im Sortiment.

Quelle: Nadine Weigel

Treisbach. Die Sitzfläche ist durchgesessen, der Grünton des Polsterbezugs ausgeblichen. Der Kassenstuhl in dem kleinen Tante-Emma-Laden hat seine besten Jahre schon hinter sich. Ihn auszutauschen, für Hans Dehnert ist das ausgeschlossen.

Immerhin gehört der grüne Stuhl genauso in das kleine Lädchen wie Inhaber Hans Dehnert selbst. Und der sitzt täglich mehrere Stunden hinter der Kasse, hält ein Plausch mit den Kunden, hat die Tür immer fest im Blick. Treisbach ohne das Lädchen wäre einfach nicht Treisbach – darin sind sich die Stammkunden einig.

Aber von denen gibt es nur noch wenige. Zu wenige. Hans Dehnert will trotzdem weitermachen. Für seine Stammkunden und auch ein bisschen, um die Tradition zu wahren. Immerhin hatte sein Vater den Laden 1935 eröffnet. Das Lebenswerk einfach aufzugeben – eine schwere Entscheidung. Aber ein Nachfolger, dessen ist sich der 72-Jährige bewusst, wird sich wohl kaum finden.

Wer die Tür zum „GutKauf“ betritt, der begibt sich auf eine kleine Zeitreise. Die Regale: allesamt noch Überbleibsel aus der letzten Grundrenovierung Mitte der 50er. Links frisches Obst, rechts eine Kühltheke mit Wurst und Käse, dazwischen meterlange Regalwände, in denen sich Konserven, Gewürze und Backprodukte aneinanderreihen. Hans Dehnert weiß, was seine Kunden wollen: Frische, Vielfalt und vor allem: ein paar nette Worte.

Und auch wenn mittlerweile Pesto und Thai-Dosensuppen den Weg in die Auslage gefunden haben, so ist es doch, als wäre die Uhr in dem kleinen Dorflädchen einfach stehen geblieben. Irgendwann in den 70-ern. Irgendwann in einer Zeit, in der der Tante-Emma-Laden noch Treffpunkt für alle Dorfbewohner war.

Hans Dehnert schreitet voran, zeigt mit einem wehmütigen Grinsen auf den hinteren Ladenteil, den selbst seine Stammkunden nur noch selten betreten. „Ab hier ist alles Nostalgie. Das ist schon fast museumsreif“, erklärt er. Und tatsächlich: Regalwand an Regalwand reihen sich Schätzchen aus längst vergangenen Zeiten. Komplette Fondue-Sets, ein Toaster aus den 80ern, verstaubte Kristallgläser, Nähgarn und Reißverschlüsse.

„Ich mache das hier nur noch aus Tradition. Es fällt einem schwer, das aufzugeben“, erklärt Dehnert. Dennoch weiß er: Gegen die großen Supermärkte in den angrenzenden Städten hat er keinerlei Chance. Auch das Dorfleben habe sich drastisch verändert, so der 72-Jährige. „Treisbach ist morgens wie ausgestorben. Früher waren mehr Menschen im Dorf beschäftigt. Die haben sich Mittags ihre Teilchen gekauft und sind damit aufs Feld gefahren.“

von Marie Lisa Schulz

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