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Nordkreis Sterzhausen bekommt Poststelle
Landkreis Nordkreis Sterzhausen bekommt Poststelle
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19:51 02.07.2010
„Des einen Freud‘...“: Während in einem Tabakladen in Sterzhausen ein neuer Postpoint mit langen Öffnungszeiten entsteht, wird die Filiale in Caldern geschlossen. Quelle: Agricola

Sterzhausen. Im Tabak- und Zeitschriftenladen von Sven Wagner in der Wittgensteiner Straße 1b wird die Deutsche Post einen sogenannten „Postpoint“ einrichten, der montags bis freitags von 6.30 bis 18.30Uhr und an Samstagen von 6.30 Uhr bis 14.30 Uhr geöffnet sein wird. Dafür wird die „Interimsfiliale“ in Caldern zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Das bestätigte Postsprecher Thomas Kutsch auf OP-Nachfrage. Sterzhausens Ortsvorsteher Dirk Geißler freut sich darüber, dass die Bemühungen von vielen Seiten, wieder eine Postfiliale nach Sterzhausen zu holen, erfolgreich waren. Dass das letztlich auf Kosten der Calderner Bürger geht, bedauert er jedoch. Auch Calderns Ortsvorsteher Kurt Vogt ist über die Entwicklung traurig.

Gerade für die Menschen, die nicht mobil sind, sei das eine deutliche Verschlechterung, auch wenn die Filiale ja nur eine Stunde am Tag geöffnet gewesen sei. Der neuen Entwicklung war ein jahrelanges Tauziehen mit der Post vorausgegangen. Das Unternehmen ist verpflichtet, in Orten mit mehr als 2 000 Einwohnern eine Filiale zu betreiben. Als vor einigen Jahren die Einwohnerzahl von Sterzhausen unter diese Grenze rutschte, machte die Post die Partnerfiliale in der Gemeindevertretung zu. Seither gibt es nur noch zwei stundenweise durch die Post betriebene Filialen in der Gemeinde – Caldern und Goßfelden. In Goßfelden, das ebenfalls über der 2 000-Einwohner-Grenze liegt, sucht die Post seit mehr als zwei Jahren vergeblich nach einem Partnergeschäft, das Postdienste anbieten will.

Die postbetriebene Filiale in Goßfelden hat viermal die Woche von 9 bis 11 Uhr und zweimal die Woche von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Während sich also für Sterzhausen eine klare Verbesserung abzeichnet, wird auch eine Unterschriftenaktion die Filiale in Caldern voraussichtlich nicht retten. Mit etwa 1360 Einwohnern liegt das Dorf deutlich unter der „magischen Grenze“, und mit dem Postpoint in Sterzhausen sieht die Post auch die benachbarten Ortsteile gut versorgt, so Kutsch. Unternauert werde dies durch die Ergebnisse aus dem „Kundenmonitor“ der Post. Danach suchten „in Orten mit weniger als 5 000 Einwohnern nur 20 Prozent der Bevölkerung ihre Postfiliale häufiger als einmal pro Monat auf“. Als Alternative zum Weg zur nächstgelegenen Filiale weist Kutsch gerade für nicht mobile Menschen auf den „mobilen Postservice“ hin. Hinter diesem Schlagwort verbirgt sich in Orten ohne Filialen nichts anderes als der normale Postbote. Diesem könne man Briefe und Pakete mitgeben oder bei ihm Briefmarken und Telefonkarten kaufen.

von Michael Agricola

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