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Spaziergänger erleben die Artenvielfalt

Flora und Fauna an der Lahn Spaziergänger erleben die Artenvielfalt

Bei einem Lahn-Spaziergang zwischen Sterzhausen und Goßfelden anlässlich des Internationalen Tags der Artenvielfalt erhielten die Teilnehmer einen kleinen Einblick in den Reichtum der heimischen Flora und Fauna.

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Zahlreiche prächtige Libellen wie die Hufeisen-Azurjungfer im Paarungsrad, oben das Männchen, konnten die Wanderer an den Gewässern beobachten.

Quelle: Manfred Schubert

Goßfelden. Goßfelden. Große und kleine bunt gefärbte Libellen schwirrten umher, Wasservögel, zum Teil mit ihren Jungen, zogen auf den Kiesteichen ihre Bahnen, und zwischen Kiesteichen und Lahn erklang ein beeindruckendes Vogelkonzert. Sogar eine Nachtigall war deutlich zu vernehmen.

Bei schönstem Wetter liefen etwa 35 Teilnehmer des Lahn-Spaziergangs zur Artenvielfalt von der Neuen Mitte in Goßfelden aus zunächst rechts der Teiche, die durch den Kiesabbau entstanden sind, bis kurz vor Sterzhausen und dann auf der anderen Seite zwischen Teichen und Lahn wieder zurück nach Goßfelden, wo Ortsbeiratsmitglieder Bratwürstchen und Getränke vorbereitet hatten.

Mehrere Experten gaben während des Spaziergangs ausführliche Erläuterungen, so dass die Gruppe für die 6,3 Kilometer lange Strecke mehr als drei Stunden benötigte.

Karl Busch, bis 2011 langjähriger Vorsitzender der Ortsgruppe Lahntal des Naturschutzbunds Deutschland, wies auf die positive Entwicklung in dem Gebiet hin. Viele verschiedene Pflanzen aus Wäldern und Gärten wurden von der Lahn angeschwemmt, was auch zu großer Insektenvielfalt führte. Schmetterlinge wie Brauner Waldvogel oder Perlmutterfalter, sonst nur im Wald vorkommend, seien hier etwa zu finden. Die Kiesteiche bieten vielerlei Wasservögeln Lebensraum, vor Sterzhausen konnten die Wanderer beispielsweise Nilgänse mit ihren Jungen beobachten. Regenpfeifer und Flussuferläufer kommen ebenfalls vor.

Eine große Gefahr sei die Uneinsichtigkeit von Hundehaltern, die während der Brut- und Setzzeit der Vögel ihre Tiere nicht anleinen. Wenn man sie direkt anspreche, bekomme man oft Antworten unter der Gürtellinie, ärgerte sich Busch.

Roland Schippany, Projektleiter bei der Firma Irma Oppermann, erläuterte den Kiesabbau. Nach dessen Ende sollen die Teiche mit der Lahn verbunden werden. Vor etlichen Jahren gab es noch Pläne, einen Badesee mit Anlagen wie Umkleiden daraus zu machen, aber die sind längst begraben.

Viel Lob für die politische Gemeinde gab es von Guntram Ohm-Winter, Dezernatsleiter Landschaftsplanung, Artenschutz und Fischerei beim Regierungspräsidium, und Gunther Weisert, Projektleiter Lahntal-Renaturierung bei der oberen Naturschutzbehörde.

Biologische Überwachung der Lahn und Vogelzählung

Lahntal sei Beispiel gebend die Renaturierung auf großer Fläche angegangen, alle anderen hätte sich drangehängt.

Als alle auf die von Uferbefestigungen befreite Lahn blicken konnten, zeigten sie früher aufgenommene Fotos und ermöglichten so einen Eindruck von der deutlichen Veränderung des Flusslaufes. Die früheren Uferbefestigungen waren schon zur Preußenzeit angelegt worden.

Im Herbst 2011 startete ein Monitoring der Lahn, das die Veränderungen über mehrere Jahre festhalten soll. Ein Marburger Büro übernimmt diese biologische Überwachung, der Nabu Lahntal die Vogelzählung.

Aus den Hochwasserschutzmaßnahmen der Gemeinde und durch das einfühlsame Vorgehen der Firma Oppermann konnten sekundäre Lebensräume geschaffen werden, die zu einer echten Bereicherung der Natur führten. Wer sich einen Eindruck von der Artenvielfalt vor der Haustür verschaffen will, kann dies auch auf ganz bequem tun. Karl Busch hat in vergangenen zwei Jahren die Entwicklung fotografisch dokumentiert.

Etwa 500 wunderbare Aufnahmen zeigen Tiere und Pflanzen auf einer von ihm selbst hergestellten DVD. Der Vorteil: man erfährt gleich die Tier- und Pflanzennamen. Und bekommt Lust, die Natur einmal selbst zu erkunden.

von Manfred Schubert

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