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Sommer, Sonne und kleine Wetterlügen

Aprilwetter Sommer, Sonne und kleine Wetterlügen

Sonne, Wolken, Regenschauer. Der unberechenbare April geht, der Sommer kommt. Angeblich. Denn auch der Marburger Geograph Dr. Rütger Rollenbeck hält sich zurück mit euphorischen Wettervorhersagen.

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Der warmen Jahreszeit radelnd entgegen: Die neunjährige Lisa war am Freitag mit ihrem Papa Elmar Fieber im Sommer-Outfit per Rad in der Marburger Oberstadt unterwegs.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Am Freitag noch mit Winterjacke und Schal das Haus verlassen, am Samstag müssen Flip-Flops und Sonnenbrille ran. Aprilwetter, wie es im Buche steht. Regen und Hagel in der einen, Sonne und Eis-Schleck-Wetter in der anderen Minute. Für den Geograph  Dr. Rütger Rollenbeck ist das nichts überraschendes. „Für den April ist das keine ungewöhnliche Wetterlage. Nur war dieser Monat in den vergangenen neun Jahren immer überdurchschnittlich warm. Wir Deutschen sind mittlerweile verwöhnt“, urteilt er. Auch dass die Wetterprognosen in den vergangenen Tagen gewaltig daneben lagen, ist für ihn nicht überraschend. „Wenn alles nach Schema F läuft, dann kann man das Wetter bis zu vier Wochen im Voraus bestimmen. Aber in diesem April lief einiges überraschend. Das sind Momente, in denen alle Rechenmodelle versagen.“ Mit anderen Worten: Der Sommer kommt. Oder vielleicht auch nicht. Da will sich der Geologe nicht festlegen. Hoffnung macht er trotzdem: „Wir waren sehr lange auf der falschen Seite der Wetterlage. Jetzt sollte uns aber warme Luftmasse aus Osteuropa erreichen.“ Und trotzdem dämpft er gleich wieder allzu große Erwartungen. „Die 30 Grad sind für mein Gefühl schon wieder abgesagt“, urteilt Rütger Rollenbeck. Was denn nun? Warm, kalt? Regen, Sonne? Der Geograph lässt sich nicht festlegen. Er rät: Wenn die Sonne scheint, einfach genießen.

Die heimischen Eisdielen vertrauen auf den Wetterbericht. Optimismus muss sein. Für das erste Sommerwochenende wird  ordentlich aufgerüstet.  22 Sorten hat allein die Konditorei Klingelhöfer im Angebot. Erdbeere, Zitrone, Schokolade. Die Klassiker warten schon in der Truhe. „In Marburg sind Jung und Alt experimentierfreudig beim Eis essen. Frauen mehr als Männer,“ beobachtet Filialleiterin Silke Dunken. Müssen sie auch, bei Sorten wie Erdbeer-Basilikum, Prosecco-Apperol oder Mojito. „Sonne und Eis, das gehört zusammen. Auch wenn für mich die Eissaison nie endet“, erklärt Dunken.

Und während sich die einen auf das Sommerwetter freuen, haben andere ihre lieben Leiden mit den warmen Temperaturen. Der Stadtallendorfer Allgemeinmediziner  Ortwin Schuchardt stellt sich nach einem solch extremen Wetterumschwung auf ein volles Wartezimmer ein. Zahlreiche Patienten, so ahnt er schon heute, werden über Schwindel,  Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen oder das Schmerzen alten Wunden und Narben klagen.

Schuchardt hat eine ganz eigene Erklärung dafür, dass viele Menschen mit den Temperaturschwankungen zu kämpfen haben: „Unser Körper ist durchaus imstande, sich an eine verändert Umgebung anzupassen. Sonst würde zum Beispiel niemand in die Sauna gehen können. Je nach körperlicher Konstitution verläuft diese Anpassung an die veränderte Temperatur jedoch schneller oder langsamer.“ Menschen mit niedrigem Blutdruck und älteren Bürgern empfiehlt der Mediziner sich den Gegebenheiten langsam anzupassen: „Betroffene sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen und auf fettige Mahlzeiten verzichten, denn dies hält den Kreislauf stabil.“

Wer angesichts der steigenden Temperaturen schon an einen Besuch im Freibad denkt, der muss sich noch bis Dienstag gedulden. Dann öffnet zumindest das  Aquamar seine Pforten. Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen weiter steigen. Wenn man den Wettervorhersagen glauben darf....  

von Dennis Siepmann und Marie Lisa Schulz

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