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So einzigartig artenreich

Das "Kreisnaturschutzerbe" So einzigartig artenreich

Der ehemalige Sandbruch in Unterrosphe ist das einzige kreiseigene Naturschutzgebiet. Normalerweise ist das Betreten untersagt. Aus guten Gründen, wie den 50 Teilnehmern der Begehung unter fachkundiger Führung deutlich wurde.

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An dieser großen Wasserlache erklärte Förster Norbert Wegener mithilfe eines Plakats, welche Amphibien in dem Gebiet vorkommen. Im Wasser waren unter anderem zahlreiche Kaulquappen zu sehen (Fotos im Uhrzeigersinn). Tausende von winzigen, frisch von der K

Quelle: Manfred Schubert

Unterrosphe. Eigentlich wollte der Verein „Unser Dorf Unterrosphe“ seine traditionelle Wanderung in der Gemarkung wie immer an Pfingsten unternehmen. Das in diesem Jahr auserkorene Ziel, den 1998 als einziges kreiseigenes Naturschutzgebiet ausgewiesenen ehemaligen Sandbruch Am Hollenberg, konnte man wegen der damaligen Vogelbrutzeit erst jetzt besuchen.

Die Teilnehmer erfuhren während der knapp zweistündigen Führung durch Förster Norbert Wegener vom Forstamt Burgwald und Jürgen Könnemann von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und durch eigene Anschauung, warum dieses sich durch große Artenvielfalt auszeichnende Gebiet besonders wertvoll ist.

Wald gibt es im Burgwald viel, aber einen solchen Standort im Landkreis nur einmal. „Deshalb wurde er unter Naturschutz gestellt“, sagte Könnemann und Wege ergänzte: „Es gibt den Grand Canyon als Weltnaturschutzerbe, dies ist mindestens das Kreisnaturschutzerbe.“ Im Sandbruch wimmelten Tausende von winzigen, frisch von der Kaulquappe zum fertigen Froschlurch metamorphierten jungen Kreuzkröten umher, so dass alle äußerst achtsam gehen mussten, um keine zu zertreten.

Bereits auf dem Anmarsch durch den Wald war es schwierig gewesen, verschiedenen trittempfindlichen Pflanzen auszuweichen. Von acht in Deutschland wachsenden Bär-lapparten kommen die in vielen Bundesländern als stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht eingeschätzten Arten Sumpfbärlapp, Keulen-Bärlapp, Sprossender Bärlapp und Tannenbärlapp vor. Für Sumpfbärlapp dürfte das Vorkommen im Sandbruch das größte in ganz Hessen sein. Die Pflanzengattung existiert seit mehr als 300 Millionen Jahren.

Verschiedene Amphibien wie die Geburtshelferkröte, Grün-, Laub-, Gras- und Seefrosch, Molche, Feuersalamander sind aufgrund der kleinen Stehgewässer heimisch. Zahlreiche Vogelarten finden sich hier, unter anderem war der Sandbruch das erste Brutgebiet für den Uhu im Burgwald.

von Manfred Schubert

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