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Nordkreis „Sie lernen es nicht“: Mehrfachtäter muss sitzen
Landkreis Nordkreis „Sie lernen es nicht“: Mehrfachtäter muss sitzen
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17:40 09.05.2012
Marburg

„Das Gericht mag es gar nicht, wenn jemand mit uns Katz und Maus spielt“, stellte Richter Cai Adrian Boesken zu Beginn der Fortsetzungsverhandlung klar. Am 18. April hatte der Amtsgerichtsdirektor die Anklage gegen einen 21-Jährigen verhandelt, dem zwei schwere Körperverletzungen und eine Beleidigung vorgeworfen wurden. Während der Verhandlung im Amtsgericht machten die Zeugen zahlreiche widersprüchliche und auch einige falsche Angaben zum Tathergang am 30. Oktober vergangenen Jahres.

Nach einer Technoparty im Dorfgemeinschaftshaus in Münchhausen-Niederasphe waren ein 18- und ein 19-Jähriger heftigst angegriffen worden. Herausgeschlagene Zähne, eine Oberkiefer-Fraktur und ein Schädelhirntrauma waren die Folgen. Ihr 17-jähriger Freund wurde zwar nicht verletzt, aber ebenfalls angegriffen und beleidigt.

Die Geschädigten aus dem Nordkreis hatten den Täter nicht erkannt, doch der 19-Jährige meinte, in dem 20-jährigen Freund des Angeklagten, der mit ihm auf die drei jungen Männer getroffen war, den Angreifer zu erkennen. Eine 17-jährige Schülerin, die gemeinsam mit einer Freundin und den drei Geschädigten auf dem Nachhauseweg war, sagte aus, dass der Angeklagte den 17-Jährigen gegen eine Straßenlaterne gedrückt habe. Um einen erneuten Angriff auf ihn zu vereiteln, habe sie sich dem Angeklagten in den Weg gestellt und nach dem Grund für sein Handeln gefragt. „Weil er ein Spasti ist“, habe der geantwortet.

Gewaltdelikte sind „roter Faden“ im Lebenslauf

Bereits während der Hauptverhandlung hatten zwei 20-jährige Zeuginnen nach mehreren Anläufen zugegeben, dass sie auf Anweisung des 20-jährigen Freundes des Angeklagten Falschaussagen getätigt hatten. Boesken gab ihnen die Möglichkeit, die „ultimative letzte Endversion“ zu präsentieren.

Eine der beiden jungen Frauen sagte daraufhin aus, dass der 20-Jährige in der Tatnacht bereits neben ihr im Auto saß, als sie von irgendwoher die Aufforderung hörte: „Komm, denen hauen wir auf die Fresse!“ Daraufhin sei der junge Mann wieder aus dem Auto gesprungen und kurze Zeit später mit einer blutigen Faust zurückgekehrt, nachdem ihn ein gemeinsamer Freund zurückgeholt hatte. Dieser Freund hatte während der Hauptverhandlung angegeben, dass der Angeklagte zur Schlägerei aufgefordert habe.

Eine weitere wichtige Aussage stellte die des 20-jährigen Freundes dar. Während der Hauptverhandlung hatte er zu einigen Fragen geschwiegen. Nun räumte er ein, dass er, nicht der Angeklagte, die beiden Jungen geschlagen habe. Einen Grund hierfür konnte er nicht nennen, er sei betrunken gewesen: „Ich hatte irgendwie eine Macke und es hat einfach Klick gemacht.“

Das sahen Richter, Schöffen und Staatsanwalt Sebastian Brieden anders. Sie waren davon überzeugt, dass der Angeklagte die Aufforderung ausgesprochen und den 17-Jährigen beleidigt sowie gegen einen Laternenmast gedrückt habe. Für die Schläge seines Freundes sei er mitverantwortlich. Aufgrund von sieben Vorbelastungen seit 2006, darunter schwere Körperverletzungen, vor allem im alkoholisierten Zustand nach Discoveranstaltungen, kam Boesken zu dem Schluss: „Sie lernen es nicht.“ Durch seinen Lebenslauf zögen sich Körperverletzungsdelikte „wie ein roter Faden“. Der Angeklagte stand unter laufender Bewährung und wurde unter Einbeziehung der vorherigen Strafe nach Jugendrecht zu einem Freiheitsentzug von zweieinhalb Jahren verurteilt - „das Mindestmaß dessen, was vertretbar ist“, sagte Boesken. Den 20-Jährigen Freund erwartet aufgrund der neuen Erkenntnisse nun ein eigenes Verfahren in dieser Sache.

von Simone Schwalm

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