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Sicherer Umgang mit Facebook und Co.

Gefahren im Netz Sicherer Umgang mit Facebook und Co.

Die Gefahr aus dem Internet: Soziale Netzwerke und Chatrooms sind bereits unter Kindern beliebt. Mit Problemen, die damit zusammenhängen, setzten sich Wollenbergschüler auseinander.

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Die Schüler der Klasse 5f mit ihrer Klassenlehrerin Annika Zielen (vorne) lassen sich von Annette Schuchardt (hinten Mitte), Dipl.-Pädagogin bei der Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie, Beratungsstelle Wetter, über die Gefahren des Internets aufklären.

Quelle: Kristina Gerstenmaier

Wetter. Chatten, Twitter, Facebook, Instant Massaging, Blog, Schüler VZ, Cyber-Stalking, Datenschutz, Profil - allein die Begrifflichkeiten rund ums Internet gleichen einem undurchdringbaren Dschungel.

Wie schnell sich gerade Kinder und Jugendliche darin verfangen oder in Fallen tappen können, von denen sie nicht wussten, dass es sie gibt, zeigen Studien, alltägliche Nachrichtenmeldungen und öffentliche Diskussionen.

Der Bevölkerungsanteil, der heute Kind oder Jugendlicher ist, zählt zu der Generation der „Digital Natives“, derjenigen, die schon in ein Leben mit Internet hineingeboren wurden. Gerade die so genannten „Social Networks“, als eine lose Verbindung von Menschen, die innerhalb dieser Netzwerke miteinander in Kontakt treten, sind längst fester Bestandteil jugendlicher Alltagskultur. Das weltweit größte dieser Netzwerke ist Facebook, in Deutschland sind auch Schüler-VZ und Studi-VZ sehr beliebt.

Seit gut zwei Jahren geht Annette Schuchardt von der Beratungsstelle Wetter, einer Zweigstelle der Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie e.V., mit einem Praxisprojekt zum Thema Medienkompetenz nun schon in die Wollenbergschule in Wetter. Ihr Ziel ist es, die Kinder der jeweiligen fünften Klassen der integrierten Gesamtschule für die Neuen Medien zu sensibilisieren und sie für den Umgang damit kompetent zu machen.

Die Diplom-Psychologin möchte die Gefahr, die von der Internetnutzung ausgehen kann, schon im Keim ersticken und an einem Punkt ansetzen, an dem es noch nicht zu spät ist. Bisher haben sechs Klassen und 137 Schüler an dem Projekt teilgenommen.

Von den 21 Schülern, die aktuell an dem Projekt teilnehmen, sind fast alle im Internet unterwegs. Die meisten sind Mitglied bei einem Sozialen Netzwerk wie Facebook oder Schüler-VZ (oder beides), spielen online, chatten und sehen sich Videos an. Viele sagen, sie hätten schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, indem sie von deutlich Älteren angeschrieben oder beschimpft worden seien.

In vier Doppelstunden redet Anette Schuchardt mit den Kindern auf der Schwelle zur Jugendlichkeit über Chancen und Risiken, über Datenschutz und Cybermobbing. Dabei bietet sie auch praktische Hilfe an zu Fragen wie: Was kann ich tun, wenn ich tatsächlich gemobbt oder belästigt werde, wie erstelle ich mein Profil so sicher wie möglich und habe ich ein Recht am eigenen Bild?

Das Interesse ist groß, der Gewinn auch. So hörten die Schüler vermutlich zum ersten Mal etwas von Urheberrechten und Internetsucht. Schuchardt verteilte Listen mit kindergerechten Internetseiten, stellt sich den Fragen der Fünftklässler und führt Experimente durch. So verdeutlichte sie den Schülern anhand eines Steckbriefs, den sie mit sehr persönlichen Daten auszufüllen hatten, welches Gefühl es mit sich bringt, würde man ihn öffentlich in der Schule aushängen. „Wenn ihr euch gut schützt und nichts peinliches hochladet, dann könnt ihr euch im Netz relativ sicher bewegen“, schärfte sie den Schülern ein. Schuchardt sieht ihre Bemühungen, obwohl ein Großteil der Klasse bereits jetzt im Internet sehr aktiv ist, als Präventionsmaßnahme. Wer heute gestärkt und sensibilisiert wird, ist morgen sicherer.

von Kristina Gerstenmaier

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