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Seltener Fischadler verheddert sich im Netz

Raubvogel Seltener Fischadler verheddert sich im Netz

Ein Fischadler hatte sich Ostern in einem Schutznetz über einem Forellenteich verheddert. Falkner-Familie Klaus kümmerte sich um den Vogel.

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Der Adler konnte nach der Behandlung noch nicht wieder fliegen und erholt sich derzeit in einer Pflegestation. 

Quelle: privat

Schwarzenborn. Am Ostermontag hat die Falknerin Monika Klaus aus Schwarzenborn ein Hilferuf aus Gemünden erreicht: Ein Fischadler hatte sich in dem Schutznetz über einem Forellenteich des Fischzüchters Heinrich Ochs verfangen. Das Tier war verletzt und benötigte dringend Hilfe. Monika Klaus und ihr Mann Frank sind Mitglieder im Orden Deutscher Falkoniere, Hessen. Die beiden verfügen über die Sach- und Fachkunde, verletzten und verwaisten Greifvögeln und Eulen zu helfen. Also machten sie sich sofort auf den Weg.

An der Teichanlage angekommen wurden sie schon von Heinrich Ochs erwartet. Der Fischadler hatte sich mit beiden Schwingen völlig in dem Netz verheddert. Ochs hatte ihn bereits vorsichtig aus dieser misslichen Lage befreit.

Hintergrund

Fischadler sind in Hessen nur Durchzugsgäste auf ihrem Weg aus dem Winterquartier in die Brutgebiete. Sie kommen in Mitteleuropa nur in Deutschland und Polen vor. In Deutschland ist die Verbreitung weitgehend auf die neuen Bundesländer beschränkt. Die Vögel überwintern gelegentlich im Mittelmeerraum, überwiegend jedoch in Afrika südlich der Sahara und in Süd- und Südostasien.

Als Monika und Frank Klaus den Greifvogel untersuchten, entdeckten sie blutige Abschürfungen und diverse Prellungen. Schnell war ihnen klar, dass hier eine weitergehende medizinische Untersuchung notwendig war. Die beiden Falkner nahmen daher Kontakt zur Tierklinik in Gießen auf, wo es einen Fachbereich für Wildvögel gibt. Notdienst an diesem Tag hatte Dr. Dominik Fischer, der selbst Falkner und ebenfalls Mitglied im Orden Deutscher Falkoniere ist.

In Gießen wurde der Fischadler intensiv medizinisch versorgt. An der rechten Schwingenseite nähte der Tierarzt einen Riss in der Haut mit sieben Stichen. Er versorgte die blutigen Abschürfungen, machte Röntgenaufnahmen von beiden Schwingen und entnahm Blut- und Federproben. Zudem wurde der Adler mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln behandelt. Bei der Untersuchung kam schließlich heraus, dass der Adler keine größeren Verletzungen erlitten hatte.

Monika und Frank Klaus nahmen den Vogel anschließend mit nach Schwarzenborn. Nachdem sich der Adler dort in einem abgedunkelten Kellerraum eine Nacht lang erholen konnte, brachten sie ihn zu Ralf Dörr nach Winnen. Dörr betreibt dort eine Wildvogelauffang- und Pflegestation, kümmert sich vorrangig um Kraniche, Störche und Gänse. Im Auftrag der staatlichen Vogelschutzwarte befestigte Dörr einen Ring zur Identifikation am Bein des Adlers.

Anschließend versuchten Monika und Frank Klaus gemeinsam mit Ralf Dörr, den Adler wieder in die Freiheit zu entlassen. Es zeigte sich jedoch, dass der Vogel noch zu geschwächt zum Fliegen war und noch weiter betreut werden muss. Der Vogel wurde dann von Dörr in eine hessische Pflegestation gebracht, wo er sich noch einige Wochen erholen kann, bevor er wieder allein zurecht kommt. In welcher Station der Fischadler aufgepäppelt wird, wollten die Helfer nicht verraten. Dass könne Besucher anlocken und das Tier unter Stress setzen, erklärt Monika Klaus.

von Elian Klaus

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