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Schönheitskur für die Betonkirche

Sanierung in Sarnau Schönheitskur für die Betonkirche

203000 Euro kostet es, die 1968 gebaute Sarnauer Kirche „für die nächsten 100 Jahre“ fit zu machen. Etwa die Hälfte davon kamen über Spenden und Benefizveranstaltungen schon zusammen.

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Damit es mit der Kirchensanierung in Sarnau losgehen kann, packten freiwillige Helfer mit Hacke und Spaten am Dienstag an und sorgten für ausreichend Platz rund um die Kirche. Dort wird heute das Gerüst gestellt, um Schäden im Beton zu sanieren.

Quelle: Michael Agricola

Sarnau. Am Dienstagvormittag hieß es für die Freiwilligen, die der Kirchenvorstand zusammengetrommelt hatte, ordentlich mit Hacke und Spaten anzupacken. Denn rund um die Sarnauer Kirche musste gerodet werden, damit heute das Gerüst für die Sanierung der Fassade gestellt werden kann.

Über viele Jahre herangewachsene Pflanzen mussten dafür entfernt oder mühsam ausgegraben werden. Einige von ihnen sollen später wieder ihren angestammten Platz nahe des denkmalgeschützten Gotteshauses einnehmen können.

Der Arbeitseinsatz und das spätere Wiederherstellen „kostet uns nur ein Frühstück für die Helfer“, freute sich Pfarrer Wilhelm Hammann. Denn im Gegenzug sparen die ehrenamtlichen Helfer der Kirchengemeinde damit allein schon etwa 3500 Euro Kosten.

Das beweist: Die vom Marburger Architekten Berthold Himmelmann geplante Kirche ist den Sarnauern und Goßfeldenern etwas wert. Das zeigt sich auch an der Spendenbereitschaft und an den vielfältigen Aktionen in den vergangenen Monaten, die nur einem Zweck dienten: das Geld für die Sanierung zusammenzubekommen. Zuletzt brachte im Juni der Flohmarkt an der Sarnauer Kirche einen Gesamterlös von etwa 3000 Euro ein, berichtet Hammann.

Viele Gruppen gaben Benefizkonzerte in Sarnau

Verkauft werden derzeit Lose für eine Tombola, die zur Einweihung der Kirche nach den Bauarbeiten im Oktober stattfinden wird. Passend zum Projekt sind die Lose zum Preis von 10 Euro in schwarz gehalten und symbolisieren „Sarnauer Kirchenschiefer“. Auch hier seien schon etwa 250 bis 280 verkauft, sagt der Pfarrer. Dazu kommen viele Einzelspenden und ein für diesen Zweck gegebenes Vermächtnis über 30000 Euro.

Die Gemeinde Lahntal beteiligt sich mit einem Zuschuss von 10000 Euro, indem sie der Kirchengemeinde ein bereits gewährtes Darlehen erlässt. Eine Reihe von Konzerten taten ihr übriges, damit die Sanierung für die Kirchengemeinde zu stemmen ist. So sammelten unter anderem der Bläserkreis der Kurhessischen Kantorei, Harmonic Brass, der N-Joy-Chor aus Niederwalgern sowie die ortsansässige Gitarrengruppe Saitenwind, der Kirchen- und der Posaunenchor fleißig Geld mit ihren Auftritten.

Und dies war noch nicht das letzte Benefizkonzert. Am Samstag, 10. November, tritt um 19.30 Uhr das Marburger Oktett in der Sarnauer Kirche auf. Diese wird bis dahin voraussichtlich in neuem Glanz erstrahlen. Denn die Sanierung soll bis Mitte Oktober abgeschlossen sein, hofft Pfarrer Hammann. Weitere Spenden sind willkommen, damit das Darlehen möglichst klein gehalten werden kann.

Die Kirche verändert sich: Sie trägt demnächst Schiefer

Und wie sieht die Kirche dann aus? Nachdem in Abstimmung mit Landeskirche und Denkmalpflege, aber auch mit dem noch lebenden Architekten, verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert wurden, entschied sich der Kirchenvorstand letztlich für eine Verschieferung der Fassade ab einer Höhe von etwa 2,50 Meter. Unten sorgt ein angesetzter Betonsockel für dauerhafte Sicherheit.

Die Außenseite der Kirche wird ab nächster Woche auf seine Schwachstellen buchstäblich abgeklopft. Was dabei „runterfällt“, wird ausgebessert, genau wie die an manchen Stellen freiliegende, schon angegriffene Metallbewehrung. Künftig schützt ein „Schiefermantel“ den Beton vor der Witterung.

Ganz oben ändert sich übrigens auch etwas: Die Bauarbeiten werden von der örtlichen Nabu-Gruppe Lahntal auch dazu genutzt, am Turm eine Vorrichtung für ein Storchennest zu verankern. Denn im vergangenen Jahr hatten dort Störche bereits einen letztlich nicht erfolgreichen Nestbauversuch gestartet. In diesem Jahr waren sie zwar nicht da, doch grundsätzlich biete die Umgebung gute Bedingungen für die Tiere, glaubt Hammann. Denn dass es schon früher Störche in Sarnau gegeben habe, sei verbürgt.

von Michael Agricola

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