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Nordkreis Schäfer zeigen ihr ganzes Können
Landkreis Nordkreis Schäfer zeigen ihr ganzes Können
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11:32 16.08.2011
Hatzbach

Unter der Organisation von Winfried Emmerich, Kreisschäfermeister und Vorsitzender des Kreisschäfervereins Marburg-Kirchhain-Biedenkopf sowie von Norbert Fett vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises erlebten über den Tag verteilt rund 1000 zumeist fachkundige Zuschauer das Können von Schäfern und Hunden im Umgang mit einer fremden Herde. Dem Urteil der Juroren stellten sich Carmen Wiedemann (Niederwalgern), Erich Elmshäuser (Herborn-Seelbach), Florian Feußner (Speckswinkel), Manfred Jauernick (Lollar), Peter Giersbach (Steinbach) und Harald Bangert (Korbach). Die 300 Merino-Landschafe hatte der Hatzbacher Martin Henkel, Sohn des ehemaligen Kreisschäfermeisters Paul-Heinz Henkel, zur Verfügung gestellt.

Die Herde wurde bei allen Durchgängen von Thomas Wiegand, Schäfer von Martin Henkel, begleitet. Der Umgang mit einer fremden Herde stellt nach den Worten von Henkel für die Schäfer kein Problem dar. „Den Schafen ist das relativ egal, nur die für die Herde fremden Hunde können die Aufgabe etwas schwieriger machen“, erklärte er.

Die sechs Schäfer, die an dem Wettbewerb teilnahmen, wurden beim Ein- und Auspferchen, dem engen oder weiten Hüten, der Querung einer angenommenen Brücke oder dem Verhalten bei Hindernissen bewertet. Die Hunde, ein Haupt- und ein Beihund, wurden auf Gehorsam, Fleiß oder Selbstständigkeit überprüft. Bewertet wurde allerdings nur der Haupthund. „Jeder Teilnehmer beginnt mit 100 Punkten. Für jeden erkannten Fehler gibt es entsprechende Punktabzüge“, erklärte Punktrichter Reinhard Fett aus Haina-Brockendorf, der zusammen mit Ralf Bauer aus Giershagen die Leistung bewertete. Bei Landrat Robert Fischbach, der zusammen mit Kreisschäfermeister Winfried Emmerich aus Stausebach, Norbert Fett vom Fachbereich ländlicher Raum, Kreislandwirt Martin Henz und Kreisbauernverbandsvorsitzendem Erwin Koch die Begrüßung vornahm, steht das Leistungshüten immer im Terminkalender. „Es ist der Höhepunkt im Schäferjahr und auch für mich immer wieder faszinierend, das Zusammenspiel von Schäfer, Hunden und Schafen zu sehen“, betonte Fischbach. Im Landkreis hat die Schafzucht einen sehr hohen Stellenwert. Der Landkreis Marburg Biedenkopf ist mit mehr als 18.000 Schafen, die sich auf 407 Schafhalterbetriebe verteilen, der schafreichste in ganz Hessen. Die Rasse „Merino-Landschaf“ hat dabei den größten Anteil, gefolgt von den Rassen „Schwarzkopf“ und „Suffolk“.

Aber auch Texelschafe, Milchschafe, Bergschafe, Rhönschafe und deren Kreuzungen sind vertreten. Seit 1987, als es 220 Schafhalter im Landkreis gab, hat sich die Zahl dieser Betriebe, die unter anderem auch für den naturnahen Umweltschutz der rund 50.000 Hektar umfassenden Kulturlandschaft im Landkreis verantwortlich sind, damit fast verdoppelt.

„Demgegenüber hat allerdings die Anzahl der Milchviehhalter von ehemals 1260 auf heute 220 abgenommen“, stellte Erwin Koch mit Bedauern fest. In der Mittagspause unterhielten die Hatzbacher Kindertanzgruppe „Glitzergirls“ und der evangelische Frauenchor die Gäste.

Für die Bewirtung mit Kaffee, selbstgebackenem Kuchen, Gegrilltem und kühlen Getränken zeichnete der Gesangverein Hatzbach verantwortlich. Der Sieger dieser Veranstaltung wird am Bezirksauscheidungshüten am 21. August in Lauterbach/Maar teilnehmen. Das Leistungshüten zur Ermittlung des Landessiegers wird am 17. September in Korbach zusammen mit dem diesjährigen Schäferfest stattfinden.

von Alfons Wieber

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