Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Feuchtes Vergnügen hinterm Bauzaun
Landkreis Nordkreis Feuchtes Vergnügen hinterm Bauzaun
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:20 03.05.2018
Das 26. Sautrogrennen brachte nur wenige Teams auf die Lahn. Auch kamen weniger Leute, aber dafür stimmte die Stimmung unter den Gästen. Quelle: Nadine Weigel
Anzeige
Sarnau

Im vergangenen Jahr war das Rennen in die Negativschlagzeilen geraten, weil es im Umfeld und nach dem Ende zu Alkoholexzessen, Handgreiflichkeiten unter Jugendlichen und Sachbeschädigungen gekommen war, was auch zu Rücktritten beim bisher veranstaltenden Feuerwehrverein führte.

Ob mit Bollerwagen oder mit dem Bulldog. Hunderte kamen zum Sautrogrennen nach Sarnau. Fotos: Nadine Weigel

Dieser wollte die Verantwortung nicht mehr tragen. Der Burschen-, Bürger- und Kulturverein „Kuratorium Sarn-AU‘er Urgewalten 1988“, einst ebenfalls von Ebert ins Leben gerufen, übernahm die Organisation.

Und diesmal blieb es auf dem Festgelände und auch außerhalb bis zum Ende der Veranstaltung friedlich, bis auf einige Pflaster und kleine Verbände hatte das DRK wenig zu tun.

Zwar waren wesentlich weniger Menschen auf dem Festgelände an der Lahn, geschätzte 600, während in vergangenen Jahren bei ähnlichem Wetter oft dreimal so viele kamen.

Viele Zaungäste

Manche der früher gerne hierher wandernden jungen Mai-Ausflügler hatten sich angesichts der Ankündigung, dass selbst mitgebrachte Getränke in einer Bollerwagengarderobe abzugeben seien, gleich andere Ziele gesucht. Andere ließen sich jenseits des Bauzauns nieder, auf der anderen Lahnseite oder einige auch demonstrativ direkt gegenüber dem Einlass, an dem Security Ausweise kontrollierte und Armbändchen nach Alter verteilte.

Ebert zeigte sich zufrieden mit dem Erfolg der Veranstaltung: „Das ist diesmal ein friedliches Familienfest mit Hüpfburg für die Kinder, die Chaoten sind draußen geblieben.“

16 Teilnehmer in wackeligen Sautrögen

Er bedauerte nur, dass diesmal nur 16 Teilnehmer sich in die wackeligen Sautröge wagte, also lediglich acht Zweierteams sich vier Rennen lieferten. Vielleicht war bei geringerem Alkoholkonsum die Hemmschwelle vor dem sehr kalten Nass höher als sonst.

Marie aus Goßfelden und Marlene aus Marburg, beide 17 Jahre alt und schon als Kinder Teilnehmer beim Rennen, äußerten Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen, aber es mache deutlich weniger Spaß, wenn man seine Getränke abliefern müsse, deswegen würden auch so viele draußen bleiben.

Tobias Nielsen (25) aus Münchhausen schlug vor, vielleicht sollte man Kompromisse eingehen, zwar den Bollerwagen abgeben, aber eine halbe Kiste Bier und eine Flasche Schnaps mitnehmen dürfen. Der Hauptpreis, eine Grillparty für zehn Personen, ging diesmal übrigens an Stefan Laucht und Moritz Gädige, die 1,39 Minuten gebraucht hatten.

von Manfred Schubert

Anzeige