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Richard Roblee: „Ein Ton muss leben“

Bläser-Workshop Richard Roblee: „Ein Ton muss leben“

Eine besondere Feier zum 110. Geburtstag: 60 Bläser aus Posaunenchören haben mit Richard Roblee Volksmusik und Stücke aus dem Gesangbuch neu kennengelernt.

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Richard Roblees Schüler für ein Wochenende: Der Jazzposaunist unterrichtete 60 Bläser beim Posaunenchor Treisbach.

Quelle: Stefan Weisbrod

Münchhausen. „Wir haben leider nichts mehr“, dämpfte Richard Roblee die Erwartungen der Zuschauer auf eine Zugabe der Blechbläser. Stattdessen griff der Jazzposaunist selbst zum Instrument. „Es ist mein Lieblingslied“, kündigte er George Gershwins „Summertime“ an.

Mit einer instrumentalen und einer gesungenen Strophe des Liedes füllte er die erwartungsvolle Stille im Dorfgemeinschaftshaus Treisbach: Stehende Ovationen waren sein Lohn für eine außergewöhnliche Leistung.

Der Posaunenchor Treisbach feierte seinen 110. Geburtstag mit einem ganz besonderen Gast: Der Jazzposaunist und Komponist Richard Roblee leitete einen Workshop mit insgesamt 60 Bläsern. Das einstudierte Programm wurde am Sonntag in einem Gottesdienst und einem Konzert präsentiert.

„Das Problem bei Jazzmusik ist, dass die Noten ganz anders geschrieben werden, als wir sie spielen“, führte Professor Richard Roblee die Teilnehmer des Workshops näher an das Tagesprogramm heran. Da gibt es Triolen, wo im Notensystem Achtelläufe stehen und die Pausen sind nicht nur als eine Unterbrechung der Motive gekennzeichnet. Es waren scheinbar unendlich viele Punkte, auf die der Komponist Roblee die Bläser schon im Vorfeld hinwies.

Mit dem eingeübten Programm begeisterten die Musiker am Sonntag vor gut gefülltem Dorfgemeinschaftshaus in Treisbach. Die intensive Vorbereitung zog bei einigen Blechbläserinnen und Blechbläsern zwar die ein oder andere überbeanspruchte Lippe nach sich, zahlte sich aber auch in überzeugend dargebotener Musik aus. Roblee war schon am Samstag zufrieden mit den Leistungen der Workshopteilnehmer. „Das war wirklich richtig gut“, freute sich der US-Amerikaner, „von allen Workshops, die ich bisher geleitet habe, gehört dieser zum oberen Mittelfeld“.

Wilhelm Lichtenfels, der Dirigent des Treisbacher Posaunenchores, war begeistert von den Leistungen Roblees und der Workshopteilnehmer. „Ohne die zahlreiche Unterstützung von so vielen hätten wir das gar nicht verwirklichen können“, wusste er die Leistung derer im Hintergrund zu würdigen.

Immer wieder wies Roblee seine Schüler darauf hin, dass es nicht ausreicht, eine Melodie einfach so vom Blatt zu spielen: „Ein Ton muss leben“, erzählte er den Bläsern und nahm seine Posaune für einen Beispielton zur Hand. Die Lautstärke sei dabei durch die Höhe der Töne gegeben: „Die hohen Töne sind laut, die tiefen eher leise.“

Bei den anspruchsvollen Kompositionen des Programms fiel der Wechsel zwischen den Lautstärken nicht immer leicht. Mit vollem Körpereinsatz zeigte Roblee auch während eines Stückes, was er mit seinen Erklärungen meinte.

Bis in den Abend herein spielten die Musikerinnen und Musiker 15 Melodien aus dem Gesangbuch, bekannte Volksweisen aus Deutschland und den USA sowie eine Eigenkomposition von Richard Roblee. Das außergewöhnliche Programm belohnte das Publikum am Sonntag mit minutenlangem Applaus. Roblee äußerte gar den Wunsch, bald wiederkommen zu dürfen, denn er fühle sich „pudelwohl“.

von Sonja Achenbach

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