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Nordkreis Übung mit kurzem Schwächeanfall
Landkreis Nordkreis Übung mit kurzem Schwächeanfall
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00:19 02.09.2018
Bei der Gemeindejahresübung der Freiwilligen Feuerwehr Cölbe in Kooperation mit dem DRK-Rettungsdienst Mittelhessen zeigten die Wehrleute in verschiedenen Szenarien vollen Einsatz. Quelle: Manfred Schubert
Schönstadt

Doch nicht immer entwickelt sich eine Übung wie geplant. Bevor es nach knapp einer Stunde zum letzten Punkt kam, dem angenommenen Unfall eines Atemschutzgeräteträgers der Feuerwehr, gab es einen kurzen Schreckmoment. „Realfall, Abbruch der Übung!“ – dieser dringliche Ruf schallte mehrmals über das Gelände und durch die Funkgeräte.

Tatsächlich war die Belastung an diesem warmen Tag unter der schweren Einsatzbekleidung und der Atemmaske für einen der Atemschutzgeräteträger etwas zu groß geworden und er hatte einen Schwächeanfall erlitten. Sofort kümmerten sich Feuerwehrkameraden und Rettungssanitäter um den Mann, dem es, nachdem er ausreichend getrunken und sich ausgeruht hatte, bald wieder besser ging.

Bereits kurz vor Übungsbeginn, der Alarm kam um 14 Uhr, hatte es einen anderen Realfall in Bürgeln gegeben, den die Einsatzkräfte der dortigen Ortsteilfeuerwehr allerdings schnell unter Kontrolle hatten. Sie mussten einen brennenden Müllcontainer im Dorf löschen.

Der Rest der Gemeindejahresübung der Freiwilligen Feuerwehr Cölbe in Kooperation mit dem DRK-Rettungsdienst Mittelhessen sowie der Freiwilligen Feuerwehr Wetter, die sich mit einem Tanklöschfahrzeug und Stadtbrandinspektor Stefan Ronzheimer als Beobachter beteiligte, war zuvor planmäßig verlaufen.

Der stellvertretende Bürgelner Wehrführer Ralf Cornelius hatte die Übung mit dem stellvertretenden Gemeindebrandinspektor Patrick Junk, ebenfalls aus Bürgeln, ausgearbeitet. Besonders das Zusammenspiel der 15 Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes, darunter Auszubildende, und der 56 Feuerwehrleute bei der technischen Rettung sollte dabei trainiert werden.

Dass ein brennender Bagger gelöscht werden und eine Ausbreitung des Feuers auf das gelagerte Holz verhindert werden musste, stand dabei eher im Hintergrund. Die Rettung von mehreren Mitarbeitern der Firma, von denen einer unter einem herabgerutschten Bretterstapel eingeklemmt, sowie einer im Brennstoffbunker des Heizkraftwerkes durch Gasbildung bewusstlos geworden war und vermisst wurde, bildete den Kern der Übung.

Selbstkritik bei Nachbesprechung

Die Besatzung des Notarztfahrzeugs – es waren zwei Rettungstransportwagen vor Ort – musste in enger Zusammenarbeit mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr aus medizinischer Sicht die Rettung koordinieren.

Grundsätzlich konnten die Einsatzkräfte zwar alle Aufgaben lösen und alle „Verletzten retten“. Bei der anschließenden Nachbesprechung, auf die eine weitere interne mit den Führungskräften folgen sollte, gingen die Beteiligten aber bereits kritisch mit sich ins Gericht und sprachen Dinge wie die Kommunikation an, die noch besser hätten laufen können.

Dank ging an die Firma Holz Schmidt, die das Gelände zur Verfügung gestellt hatte, deren Mitarbeiter Verletzte mimten und nach Übungsende Würstchen und Steaks für die Einsatzkräfte brieten.

von Manfred Schubert