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Reit- und Fahrverein bittet um die Hilfe der Stadt

Stadtparlament Reit- und Fahrverein bittet um die Hilfe der Stadt

Heute treffen sich Wetters Stadtverordnete zur ersten Sitzung nach der Bürgermeisterwahl. Sie wählen nach dem Rücktritt von Heinrich Eife (SPD) einen neuen Stadtverordnetenvorsteher und beschäftigen sich mit einem Problem des Reit- und Fahrvereins.

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Mitglieder von Magistrat und Stadtparlament informierten sich in der neuen Reithalle des RFV Wetter über das Problem des Vereins. Rechts: Vereinsvorsitzender Rolf Nehm.Foto: Michael Agricola

Wetter. Über die Gründe, die zu seinem Rücktritt nach nur einem Jahr im Amt geführt haben, wollte sich Heinrich Eife gegenüber der OP nicht äußern. In der Kritik stand er bisweilen jedoch wegen seiner Sitzungsleitung.

Als Kandidat für die Nachfolge steht sein Parteifreund Nils Jansen bereit, der derzeit das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden innehat. Seine Wahl heute Abend sollte unstrittig sein, denn das Amt des Stadtverordnetenvorstehers fällt traditionsgemäß der größten Fraktion im Parlament, also derzeit der SPD, zu.

Thematisch geht es heute in der Stadtverordnetenversammlung unter anderem um einen Hilferuf des Reit- und Fahrvereins (RFV) Wetter. Dort verteuert sich die Gesamtsumme für den Bau der neuen Reithalle an der Binge durch unvorhergesehene Komplikationen mit dem Untergrund. Die Halle steht, allerdings zeigten sich beim jüngsten Hochwasser, dass das Grundwasser so nach oben drückt, dass an mehreren Stellen kleine "Quellen heraussprudelten".

Bei einem Ortstermin während der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und des Bauauschusses verdeutlichten die Vereinsverantwortlichen um den Vorsitzenden Rolf Nehm den Parlamentariern das Problem. Der Hallenboden müsse demnach nochmals ausgekoffert und mit einer speziellen Trennschicht versehen werden, damit eine gefahrlose Benutzung der Halle möglich ist.

20000 Euro benötigt

Der Verein bittet die Stadtverordneten dafür nun um einen weiteren Zuschuss von etwa 20000 Euro. Bewilligt hatte die Stadt schon - nach der für alle Vereine geltenden Förderrichtlinie - einen zehnprozentigen Zuschuss zur Gesamtbausumme von etwa 450000 Euro.

Ohne diese erneute Finanzspritze durch die Stadt könne die Reithalle nicht fertiggestellt werden, versicherte Nehm. Der Verein sei finanziell an der Schmerzgrenze, statt der geplanten 100000 Euro habe man schon 125000 Euro aufnehmen müssen und erhebliche Eigenleistungen in das Projekt gesteckt. Mehr sei nicht möglich.

Nehm wies darauf hin, dass der RFV sechs bis sieben Monate im Jahr auf die Reithalle angewiesen sei. Ursprünglich wollte man sie im Dezember in Betrieb nehmen, nun wäre der Wunschtermin bei einem Jugendreitturnier am 5. Mai. Nehm betonte, dass der RFV kein elitärer Club für wenige sei, sondern mit einem Quartalsbeitrag von 9,30 Euro Reitsport für jedermann biete und etwa 90 Kinder und Jugendliche im Verein betreue.

Der Bedeutung des Vereins waren sich die Stadtverordneten durchaus bewusst - schließlich sei der Grenzegang ohne den RFV kaum denkbar. Dennoch haben sie das Problem, dass sie die Vereine der Stadt gleich behandeln müssen. "Wir wollen das sicher nicht scheitern lassen", sagte CDU-Fraktionschef Volker Drothler. Aber ganz ohne Gegenleistung werde es wohl nicht gehen, so der Tenor. Im Gespräch ist, dass der RFV die Halle der Stadt zu bestimmten Terminen überlassen könnte. Nutzbar wäre sie zum Beispiel für Geflügelausstellungen.

Die Fraktion Die Linke hält die angesetzten Baukosten insgesamt für zu hoch. Sie will in der heutigen Sitzung aufzeigen, dass andernorts die Gesamtkosten für eine Reithalle zwischen 130000 und 260000 Euro liegen. Diese Diskrepanz wollen die für Rüdiger Draheim und Monika Forneck nachgerückten neuen Stadtverordneten Arnold Radtke und Martin Krieger heute thematisieren.

Thema Teilortsumgehung

Gesprochen wird außerdem heute über die Verwaltungs- und Finanzierungsvereinbarung zur Kreisstraße 123 (Teilortsumgehung Wetter). Dort knüpft der Landkreis seine Beteiligung an die Zustimmung des Parlaments zu den später vorgesehenen Abstufungen von Kreisstraßen wie der K1 (Simtshausen-Mellnau) zu Gemeindestraßen. Das wurde im Ausschuss als "unfreundlicher Akt" wahrgenommen, denn damit fielen auch etwa 6 Kilometer Straße - und deren Erhaltung - in die Verantwortung der Stadt.

Auf der Tagesordnung des Stadtparlaments steht daneben unter anderem der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes "Stadtwerke Wetter" und den möglichen Verkauf der Landesanteile an der Nassauischen Heimstätte (NH). Auf SPD-Antrag wird über "Interkommunale Zusammenarbeit bei der Seniorenförderung" gesprochen, die Linke beantragt eine Änderung der Verkehrsregelung in der Fuhrstraße.

von Michael Agricola

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