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Nordkreis Radfahrer pöbeln in Goßfelden Fußgänger an
Landkreis Nordkreis Radfahrer pöbeln in Goßfelden Fußgänger an
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18:09 01.07.2012
Vom schmalen Teilstück aus gesehen verläuft der Radweg weiter links auf der Straße, doch die meisten Radfahrer fahren rechts an den Häusern entlang. Anwohner haben deshalb dort Blumenkübel aufgestellt, um eine kleine Pufferzone vor dem eigenen Haus zu hab Quelle: Götz Schaub
Goßfelden

Anwohner der Bahnhofstraße in Goßfelden müssen sich so etwas nicht vorstellen, sie erleben so etwas in der warmen Jahreshälfte beinahe täglich und an den Wochenenden öfter als ihnen lieb sein kann.

„Will ich über die Straße gehen, muss ich jedes Mal regelrecht Angst haben, nicht umgefahren zu werden“, sagt eine Anwohnerin und ergänzt: „Viel mehr Sorgen mache ich mir dabei natürlich um Kinder, die weniger aufmerksam sind.“ Die Bahnhofstraße ist keine breite Durchgangsstraße, sondern eine ruhige Anliegerstraße. Deshalb machen sich dort die Radfahrer gerne „breit“, will heißen, sie nutzen den zur Verfügung stehenden Platz aus, um nicht hinter- sondern nebeneinander zu fahren - und das mit gutem Gewissen, weil sie sich dort mitten auf dem Radweg R 2 befinden. Biegen sie von der Straße Am Rodenbach kommend in die Bahnhofstraße ein finden sie eine Straße vor, die zunächst keinen Gehweg hat. Nur eine Hauslänge weiter beginnt ein Bürgersteig neben der Straße, die dort mit Kopfsteinpflaster versehen ist. Wohl ein guter Grund für die Radfahrer, sich für den relativ breiten Gehweg als Radwegverlängerung zu entscheiden. „Das ist so nicht gedacht“, sagt Lahntals Bürgermeister Manfred Apell, kann aber auch verstehen, dass die Radfahrer nicht Willens sind, auf Kopfsteinpflaster zu fahren, wenn sie den breiten Bürgersteig als Alternative haben.

Dort würden sie aber nach Aussagen der Anwohner nicht gerade langsam und vorsichtig, sondern recht temporeich und gerne mal neben- als hintereinander fahren. Das macht es Fußgängern immer wieder schwer, sich dort zu behaupten. „Sagt man was, wird man nicht selten blöd angemacht und beschimpft“, sagt eine weitere Anwohnerin. Um sich vor den Radfahrern zu schützen haben die Anwohner Blumenkübel und eine Bank am Rand aufgestellt. Wenn zusätzlich noch ein Auto dort abgestellt wird, seien einige Radfahrer sehr ungehalten und würden laut schimpfen. „Das muss mir egal sein, ich will hier nicht erleben, dass jemand wegen rücksichtsloser Radfahrer zu Schaden kommt,“, so ein Anwohner.

Im Gespräch mit der OP machen drei Anwohner deutlich, dass sie es eigentlich sehr gerne sehen würden, wenn der Radweg verlegt werden würde. Das ist aber gar nicht so einfach, wie es zunächst klingt. Denn für den Verlauf des Radweges ist keineswegs die Tour GmbH des Kreises Marburg-Biedenkopf zuständig, sondern das Land Hessen. So kann auch die Gemeinde Lahntal nicht einfach mal die Schilder verstellen. „Grundsätzlich müsste erst einmal eine Voraussetzung geschaffen werden, die es sinnig erscheinen lässt, den Radweg innerhalb der Ortslage zu verändern“, sagt Apell. Er persönlich fände es gut, wenn der Radweg von der Straße „Am Rodenbach“ über den Rodenbach auf den ehemaligen Parkplatz des alten Edeka-Marktes führen könnte. „So könnte der Radweg direkt am Begegnungs­café vorbeiführen und dann wieder nach der Querung der Landesstraße auf die bestehende Route führen.“ Sandra Rhiel vom Team Energie und Bauen der Gemeindeverwaltung Lahntal schätzt allein die Kosten für eine Rodenbachquerung auf mehr als 50000 Euro. „Wir sprechen hier nicht von einer Bedarfsbrücke wie sie etwa beim Grenzgang benutzt wird“, macht sie deutlich. Die Brücke müsste allen ­Sicherheitsstandards entsprechen und zudem auch noch aus witterungsbeständigen Material sein. Vielleicht helfen doch ein paar Striche auf der Straße, die deutlich machen, dass der Platz nicht allein für Radfahrer ist. Auch wenn sich nur wenige daran halten sollten, liefern die Striche Argumentationshilfen für die Fußgänger.

Dafür ist die Gemeinde Lahntal in einer anderen Sache tätig geworden. Die Anwohner hatten sich auch darüber beschwert, dass immer wieder Lastwagenfahrer versuchen würden, über die enge Brücke zu fahren, obwohl diese für Lkw gesperrt ist. Mehrfach sei bei diesen Manövern der nebenstehende Jägerzaun beschädigt worden. Jetzt steht am Kopf der Straße ein Pfosten und macht sie somit für alle vierrädrigen Fahrzeuge zur Sackgasse. „Das ist doch schon mal ein Fortschritt“, freuen sich die Anwohner.

Das Problem mit den Radfahrern könne allerdings nicht so schnell gelöst werden, so Bürgermeister Apell, doch will er sich weitergehende Gedanken machen und schauen, was möglich sein könnte.

von Götz Schaub

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