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Nordkreis Ehedrama: Schüsse holen Nachbarn aus dem Schlaf
Landkreis Nordkreis Ehedrama: Schüsse holen Nachbarn aus dem Schlaf
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00:17 15.06.2018
Die Spurensicherung hat die Blutspritzer auf der Burgstraße in Caldern eingekreist.  Quelle: Nadine Weigel
Caldern

Der ­Beschuldigte wurde mit der ­Schusswunde ins Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr hat aber nicht bestanden, teilte Nicolai Wolf, Pressesprecher der Staatsan­waltschaft in Marburg, auf OP-Nachfrage mit.

Nachdem gegen 22.45 Uhr am Sonntag mehrere Notrufe bei der Polizei eingegangen waren, rückten die Beamten nach Zeugenaussagen mit vier Streifenwagen aus. Die Polizisten trafen den Mann laut Wolf vor seinem Haus an, bewaffnet mit mehreren Messern.

Unser Ticker vom Montag:

Versuchte Tötung im Nordkreis

Trotz mehrfacher Aufforderung habe der 45-Jährige aus Caldern die Waffen nicht niedergelegt, sondern sich gar auf die Polizisten zubewegt. Nach einem erfolglosen Warnschuss habe ein Polizist dem Beschuldigten ins Bein geschossen. Die Ehefrau erlitt durch den Angriff ihres Mannes leichte Verletzungen. 

Kleine rote Flecken in unregelmäßigen Abständen zeugten Montagmittag noch von dem Polizeieinsatz in Caldern. Von einem Mietshaus in der Burgstraße aus führte die blutige Fährte über die Klosterbergstraße bis kurz vor die Rimbergstraße.

Ein Anwohner berichtete der OP vor Ort, dass der Mann sich ein Messer an den Hals gehalten und den besagten, fast 300 Meter langen Weg zu Fuß beschritten hatte. Dabei sei einer der vier Streifenwagen rückwärts vor dem Beschuldigten den Berg herunter gefahren, ein weiterer Wagen soll den Mann von hinten verfolgt haben. Später wurde der Mann mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Mittlerweile sitzt er in Untersuchungshaft und wird der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit versuchtem Totschlag beschuldigt, teilte Wolf mit.

Auch in der direkten Nachbarschaft zeigten sich die Bürger Calderns schockiert. Manch einer beobachtete das Geschehen gar vom Balkon aus, andere wurden erst von den Schüssen der Polizisten aus dem Bett geschreckt. Lautstark habe der Mann auf der Straße gebrüllt, sagte ein Anwohner. Dabei soll er immer wieder die Polizisten beleidigt und „mein Bein, mein Bein“ gerufen haben.

Nach Angaben von Pressesprecher Wolf ist der 45-Jährige aufgrund mehrerer Fälle von häuslicher Gewalt bereits polizeibekannt. Anwohner sagten gegenüber der OP, dass es nicht der erste Streit des Pärchens in ihrer Wohnung war. Aus welchem Grund der Mann seine Frau angegriffen hatte, ist noch unklar.

von Tobias Kunz