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Nordkreis Petruskirche erstrahlt in neuem Glanz
Landkreis Nordkreis Petruskirche erstrahlt in neuem Glanz
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20:41 21.10.2010
Der Gemischte Chor Germania Unterrosphe sang unter Leitung von Wolfgang Kunkel beim Einweihungsgottesdienst. Quelle: Manfred Schubert

Unterrosphe. Beim Betreten der Kirche hat man den Eindruck, dass alles harmonisch zusammenpasst. Gerade bei der Wahl der Farben für Bänke, Balken, Brüstungen und Orgel hat man eine gute Entscheidung für naturnahe, helle Holztöne getroffen.

Wie groß der Unterschied zu früher ist, wurde am Sonntagnachmittag deutlich, als Architektin Gerlind Aryceus die ausgeführten Arbeiten erläuterte. Per Beamer zeigte sie vor dem Altar Fotos aus der Kirche vor und während der Innenrenovierung, auf denen die aus heutiger Sicht triste graue Farbgebung zu sehen war.

Auch die Wände waren viel dunkler, deutlich waren die Risse über dem Fenster vor der Kanzel zu erkennen, die in die Decke übergingen, von der einfache Pendelleuchten hingen. Dunkel und fleckig waren die 1959 freigelegten Wandmalereien, die unter anderem den Kirchenpatron Petrus zeigen, geworden.

Die Fotos belegten, dass mehrere Probeanstriche auf dem Holz gemacht wurden, um sich letztlich nach mehreren Terminen und unter Abstimmung mit dem Denkmalschutz für die am besten erscheinende Variante entscheiden zu können. Teilweise musste man Balken und Treppenstufen ersetzen. Die Elektroinstallationen wurden erneuert und ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt mit Wandleuchten und einem Lichterkranz unter der Deckenmitte.

160.000 Euro hat alles gekostet, 19.000 Euro davon flossen in die Restaurierung der 1844 erbauten Orgel. Der Orgelsachverständige des Kirchenkreises Marburg-Land, Erwin Althaus, und Orgelbaumeister Christoph Böttner berichteten, dass sich diese recht spannend gestaltet hatte. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass es sich um eine Wilhelm-Orgel handle. Geplant war nur eine Sicherung des nicht mehr schön klingenden und unter Aussetzern leidenden Instruments.

Glücklicherweise wurde der Frankenberger Orgelbauer Christoph Böttner mit der Arbeit betraut. Dessen Vater hatte 1975 die Orgel renoviert. Damals war eine Barockisierung erwünscht, drei Register wurden gegen höher klingende ausgetauscht. Christoph Böttner brachte in Erfahrung, dass Friedrich Ziese der Erbauer der Orgel war. Nun wollte man versuchen, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.

Eines der alten Register, die Flöte Vier, war in die Orgel der Frankenberger Hospitalkirche eingebaut worden. Dort war man zur Rückgabe bereit. Weiterhin ist ein neues Register „Violadagamba“ wieder anstelle der Quinte in Unterrosphe eingebaut worden, für den Einbau des dritten fehlenden Registers Hohlflöte reichte das Geld diesmal nicht. Dennoch sagte Althaus: „Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Orgel, die jetzt kraftvoller, ausgewogener und stimmiger klingt.“

von Manfred Schubert

Mehr lesen Sie am Freitag in der gedruckten OP.