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„Ohne Bühne würde etwas fehlen“

Theaterverein Wetter „Ohne Bühne würde etwas fehlen“

Korsagen, Zylinder, Weinreben, hochhackige Schuhe - die Tischdekoration in der Stadthalle verriet bereits, wer Jubiläum feierte: Wetters Theater- und Festspielverein blickt auf 25 Jahre mit rund 40 Inszenierungen zurück.

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Bei der Jubiläumsfeier blickten die Mitglieder auf die Geschichte des Vereins zurück.Privatfoto

Wetter. „Was wäre die Welt ohne Theater?“ fragte Helmut Konnerth, Vorsitzender des Theater- und Festspielvereins Wetter. Den Mitgliedern würde sicherlich etwas fehlen - und genau aus diesem Grund halten sie den Verein bereits seit 25 Jahren am Leben. Das Jubiläum feierten sie gemeinsam mit festlichem Buffet, dem Rückblick auf die Vereinsgeschichte und Musik und Tanz in der Stadthalle.

Gewissermaßen ein Mann der ersten Stunde ist Herbert Mettken, den Konnerth für seine 25-jährige Mitgliedschaft ehrte. „Als Kassierer im Vorstand hast du in den 25 Jahren hervorragende Arbeit geleistet“, würdigte Konnerth das ehrenamtliche Engagement und ergänzte: „Wir hoffen, dass du auch in Zukunft in dieser Funktion und als Schauspieler dem Verein treu bleiben wirst.“

Am 10. Dezember 1987 gründeten einige Wetteraner Bürger unter dem Vorsitz von Dr. Joachim Hintze den Theater- und Festspielverein. Bereits im Frühjahr 1988 brachten die 29 Mitglieder, aus denen mittlerweile 127 geworden sind, ihr erstes Stück auf die Bühne, „Die Ballade vom Eulenspiegel, vom Federle und von der dicken Pompanne“ von Günther Weisenborn. Die Regie übernahm Hintze - und begeisterte 19 Jahre lang mit insgesamt 33 Inszenierungen sowohl das Publikum als auch die Amateur-Schauspieler, die sich stets neuen Herausforderungen stellten. Beispielsweise begannen die Darsteller 1990 damit, pro Jahr zwei Stücke aufzuführen. Darüber hinaus gehört seit 1993 neben den Aufführungen in der Stadthalle auch eine Freilicht-Produktion auf dem Klosterberg dazu. Zunächst waren es vor allem klassische Stücke, die der Verein zur Aufführung brachte, darunter „Antigone“, „Minna von Barnhelm“, „Die Physiker“ und „Ein Sommernachtstraum“.

Im Jahr 1996 hatte Hintze die Idee, ein Stück zu inszenieren, in dem live gesungen werden sollte - ein Jahr später feierten sie mit der „Dreigroschenoper“ von Brecht unter der musikalischen Leitung von Marlies Bertram Premiere. Es folgten zwei weitere Musicals, 1999 „Cabaret“ und 2004 „Moulin Rouge“. Seitdem spielen Musik und Tanz in den Stücken des Theatervereins immer wieder eine Rolle - und diverse Zusammenarbeiten entstanden, etwa mit der Sängerin Ulla Keller, der Wollenbergschule und der Marburger Tanzschule „Step In“, deren Tanz- und Musicalgruppe während der Jubiläumsfeier ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm vorführte.

Hintze musste 2006 seine Tätigkeit als Regisseur aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Seitdem übernimmt Jürgen Helmut Keuchel, professioneller Schauspieler am Hessischen Landestheater Marburg, diese Funktion und sorgte ebenfalls für Veränderungen. „Wir sind offen für neue Ideen“, sagte Konnerth, und das stellte der Verein in der Vergangenheit wiederholt unter Beweis, indem er etwa ein öffentliches Casting zur Besetzung der weiblichen Rollen für „Hexenjagd“ von Arthur Miller veranstaltete. Rund 20 junge Frauen bewarben sich - und einige von ihnen blieben dem Verein treu.

von Simone Schwalm

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