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Nordkreis bietet viele Projekte zur Energiewende

Tag der Nachhaltigkeit Nordkreis bietet viele Projekte zur Energiewende

Ob mit oder ohne Investor, Projekte zur Energiewende lassen sich am besten über die Akzeptanz der Bürger verwirklichen, so der Tenor der Klimakonferenz der Nordkreiskommunen.

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Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (vorne) sieht die Nordkreis-Kommunen in Sachen Energiewende auf dem richtigen Weg.

Quelle: Heiko Krause

Cölbe. Ob mit oder ohne Investor, Projekte zur Energiewende lassen sich am besten über die Akzeptanz der Bürger verwirklichen, so der Tenor der Klimakonferenz der Nordkreiskommunen.

von Heiko Krause

Cölbe. Anlässlich des vom Land Hessen ausgerufenen zweiten Tages der Nachhaltigkeit, haben die Nordkreis-Kommunen zu einer Klimakonferenz in das neue Gebäude der Firma Solar-Wagner nach Cölbe eingeladen, um über die angelaufene Umsetzung ihres Klimaschutzkonzeptes ins Gespräch zu kommen.

Michael Meinel, seit Kurzem Klimaschutzmanager für Cölbe, Lahntal und Wetter - Münchhausen will die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes mit der eigenen Verwaltung bewerkstelligen - erinnerte daran, dass das Konzept bereits vor zwei Jahren verabschiedet worden sei, seitdem habe sich eine Menge getan, so sei auch auf Bundesebene die Energiewende inzwischen wegen der Katastrophe von Fukushima beschlossen.

Er werde die Umsetzung für die drei Kommunen begleiten, dabei gehe es nicht nur um den Ausbau regenerativer Energien, sondern auch um Energie einsparen und -effizienz, wofür er beratend tätig sei.

„Im Nordkreis gibt es vier engagierte Bürgermeister, die das Thema zur Chefsache gemacht haben“, betonte Wetters Stadtoberhaupt Kai-Uwe Spanka (parteilos). Ebenfalls anwesend war Münchhausens Bürgermeister Peter Funk (parteilos), verhindert wegen anderer Termine waren die Amtskollegen aus Cölbe, Volker Carle (parteilos), und aus Lahntal, Manfred Apell (SPD).

Spanka verwies darauf, dass bereits einiges auf den Weg gebracht worden sei. So sei das Thema Nahwärme, wie es beispielsweise in Oberrosphe oder Schönstadt als genossenschaftliches Konzept umgesetzt werde, eine gute Möglichkeit, sich von Gas und Öl zu lösen und das bedeute günstige Preise. Ein weiteres wichtiges Thema sei natürlich Windkraft. Wie in allen Bereichen gingen die Bürgermeister einen gemeinsamen Weg, wenn es beispielsweise darum gehe, im Zuge des Regionalplanes günstige Standorte durchzusetzen. Demnächst würden diese beim gemeinsamen Windpark Wetters mit Lahntal auf dem Wollenberg vorgestellt. Funk kündigte an, dass bei Wollmar ebenfalls Windräder errichtet werden. „Da, wo die Bürger dafür sind, da sollten wir es realisieren.“

Elektromobilität wird zunehmen ein Thema

Erster Kreisbeigeordneter Karsten McGovern (Grüne) hatte moniert, dass die vom Regierungspräsidium vorgelegten Karten nicht immer die besten Standorte beinhalteten. Tatsache sei es auch, dass eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen werden müsse, im Landkreis müssten etwa 150 Windkraftanlagen stehen, um nur den eigenen Strombedarf zu decken.

Spanka und McGovern verwiesen darauf, dass auch öffentliche Gebäude bereits energetisch saniert worden seien, leider stünden hierzu nicht ausreichend Mittel zur Verfügung. Und für Privatleute, so McGovern, fehle es an Anreizen. Hier sei die Bundesregierung mit Förderungen gefragt.

Umgesetzt, so die Bürgermeister, würden auch Photovoltaikanlagen, so der Solaracker in Bernsdorf und eine Anlage bei Niederasphe. Zudem werde Elektromobilität ein Zukunftsthema. Die Klimaziele zu erreichen heiße jedoch nicht nur Energiewende, auch im Lebenswandel müsse sich etwas tun, sagte McGovern. Mit erhobenem Zeigefinger ließe sich nichts ausrichten, aber die Menschen müssten sich fragen, ob Lebensqualität ein dickes Auto bedeute, oder ob Mobilität nicht auch anders aussehen könne.

Der Landkreis, so McGovern, der sich zum Ziel gesetzt habe, nicht nur 100 Prozent auf regenerative Energien zu setzen, sondern auch den Masterplan zur Klimaneutralität auf den Weg gebracht habe, werde eine eigene Energiegenossenschaft gründen.

Ob dies der richtige Weg ist, darüber gingen die Meinungen auseinander. Funk verwies darauf, dass Genossenschaften vor Ort, Münchhausen wolle eine für die Großgemeinde gründen, der bessere Weg sei. Auch Spanka meinte, „eine großflächige Genossenschaft wird keine Akzeptanz finden.“ Der Schönstädter Ortsvorsteher Hannes Weber ging so weit, dass nur Projekte vor Ort durch die Bürgerschaft eine Chance hätten. Investoren seien der falsche Weg. Dem wiederum widersprach Norbert Klement vom Fachbereich ländlicher Raum des Kreises, nur in einer Mischung seien die Ziele zu erreichen.

Zum Abschluss berichtete der Geschäftsmann Bruno Naumann, der fünf Lebensmittelmärkte betreibt, über Nachhaltigkeit bei der REWE-Gruppe. Er persönlich achte vor allem auf regionale Produkte, so Naumann. Beispielsweise habe er von Anfang an den Erhalt der Molkerei in Marburg unterstützt. Zudem engagiere er sich in Naturschutzprojekten.

Zuletzt sprach Energieberater Armin Raatz aus Kassel über Möglichkeiten kommunaler Wertschöpfung bei regenerativer Energie. Er konkretisierte ein bereits vorgelegtes Konzept. Vor allem bei der Windkraft sei es möglich, Geld vor Ort zu halten, wenn regionale Banken und Stadtwerke eingebunden seien, sowie Bürgerbeteiligung ermöglicht werde.

Ob mit oder ohne Investor, Projekte zur Energiewende lassen sich am besten über die Akzeptanz der Bürger verwirklichen, so der Tenor der Klimakonferenz der Nordkreiskommunen.

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