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"Niederträchtig, böswillig und gewollt"

Sachbeschädigung "Niederträchtig, böswillig und gewollt"

Manfred Schmidt ist sauer. Unbekannte haben seinen Vorrat an Heu dezimiert. Sie haben die in Folie verpackten Ballen nicht angesteckt, sondern jeweils auf der nicht einsehbaren Seite aufgeschlitzt.

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Manfred Schmidt aus Mellnau zeigt die Siloballen, die alle an ihrer Innenseite im unteren Bereich aufgeschlitzt wurden.

Quelle: Götz Schaub

Mellnau. Es sollte ganz offensichtlich eine Überraschung werden - und zwar ein böse. Eine andere Absicht kann sich Manfred Schmidt nicht vorstellen. Rund 50 in der Gemarkung liegende Siloballen wurden zwischen dem 30. April und 2. Mai jeweils auf der Innenseite aufgeschlitzt. „So gelangt Luft und Feuchtigkeit in den Ballen und macht den Inhalt als Viehfutter spätestens nach vier Wochen völlig unbrauchbar.

„Das ist keine Zufallstat“, ist sich Schmidt sicher. Wer würde sich schon die Mühe machen sich zwischen den Siloballen-Reihen durchzuquetschen und dabei jeden einzelnen ganz unten auf Höhe des Grasbewuchses aufzuschlitzen. „Hier kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen. Das läuft schon über Jahre“, sagt Schmidt. Für ihn ist jetzt aber die Schmerzgrenze erreicht. „Wer Hinweise geben kann, die zur Überführung des Täters führen, erhält eine Belohnung von 500 Euro“, sagt er. Sicher hat er auch ein paar Vermutungen, doch ohne Beweise möchte er darüber keine weiterführenden Angaben machen. „Was ist schon alles weggekommen und kaputt gemacht worden hier in Mellnau, vom Weidezaunzubehör bis zu landwirtschaftlichen Gerätschaften.“ Einmal waren es Jugendliche. Die haben sich aber auch dafür entschuldigt, sind aber nie für den verursachten Schaden aufgekommen. „Ich kannte die nicht und hatte mir keine Personalien aufgeschrieben“, sagt Schmidt. Im vorliegenden Fall glaubt er nicht an einen Dummejungenstreich. Hier wurde jemand gezielt tätig, um ihn gezielt zu treffen. „Die Siloballen liegen fernab öffentlicher Einsicht. Da muss schon jemand genau gewusst haben, wo er sie zu suchen hat und wie er es anstellen muss, um möglichst hohen Schaden zu verursachen.“

Dass Schmidt darauf aufmerksam wurde, ist dem Zufall geschuldet, dass er innerhalb einer kurzen Zeitspanne Ballen holen wollte. Er brachte den Vorfall zur Anzeige, die Polizei schätze den Schaden auf rund 1750 Euro. „Das war niederträchtig, böswillig und gewollt“, sagt Schmidt und fragt sich, warum man nicht einfach in Ruhe seiner Arbeit nachgehen könne. „Es gibt wohl immer Neider“, antwortet er sich selbst kopfschüttelnd.

von Götz Schaub

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