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Nicht ganz die gleiche Prozedur wie jedes Jahr

Dinner for One Nicht ganz die gleiche Prozedur wie jedes Jahr

„Same procedure as last year?“ ist zwar der Running Gag beim „Dinner for One“. Aber auf dem Marktplatz in Wetter sind es gerade die kleinen Veränderungen, die jedes Jahr die Fans aufs Neue begeistern.

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Bei der Vorstellung sind Anne Archinal als Miss Sophie und Richard Hesse als Butler James in ihrem Element. Links: Vorher und nachher inspizierte der Nachwuchs, hier die kleine Pauline Kehraus aus Wetter, schon mal interessiert die Requisiten.Fotos: Marti

Wetter. In Wetter beginnt die Silvesternacht seit vielen Jahren mit dem englischen Klassiker, den Anne Archinal als 90-jährige Miss Sophie und Richard Hess als ihr Butler James, der beim Geburtstagsessen alle lange verstorbenen Freunde ersetzen muss, Jahr für Jahr furios in Szene setzen.

Früher auf Einladung der Stadtschänke, nun schon seit vielen Jahren mit Unterstützung des Gewerbevereins, bringen die beiden Schauspieler, im Hauptberuf Förster und Immobilienverwalterin, die Bürger aus Wetter und Umgebung in die letzte Nacht des Jahres. Und wie im Stück ist auch auf dem Marktplatz die Wiederholung das Vergnügen: Man weiß, wen man treffen wird, um sich noch ein gutes Neues Jahr zu wünschen, und freut sich schon auf das gemütliche Beisammensein bei Glühwein und heißer Wurst.

In diesem Jahr waren es rund 1000 Besucher, die von Pfarrer Sven Kepper mit Fliege und Anzug begrüßt und in den Abend eingeführt wurden.

Das Publikum steht in Fünferreihen auf der Kirchmauer und um den Platz, es wird schon gekichert, lange bevor sich James dem hinderlichen Löwenfell nähert. Das Gelächter und der Applaus sind umso lauter, wenn der erwartete Gag ausfällt und dafür etwas Neues, nicht weniger Komisches passiert.

„Wir müssen immer improvisieren, je nachdem, wie die Requisite ausfällt“, berichtet Hess. „Dieses Jahr war zum Beispiel kein Mehl auf den Tellern, das ich als Staub in die Luft blasen konnte. Also musste ich schnell was anderes inszenieren.“ Das tut er dann auch, lässt zum Beispiel stattdessen das Nachtischobst durch die Gegend fliegen, und erhält den verdienten Applaus für seine senil-betrunkene Körpersprache und seine akrobatischen Sprünge und Stolperer. Die Zuschauer würdigen aber die schauspielerische Leistung beider Darsteller, die die Besucher hautnah miterleben können.

„Na, ihr seid ja schon lange Profis“, kommentiert dann auch eine Besucherin.

von Martina Koelschtzky

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