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Neuer Kulturverein hat große Pläne

Oberasphe Neuer Kulturverein hat große Pläne

Der Kulturverein Oberasphe feierte mit Zwiebelkuchen und Federweißer den Erfolg des Dorfes beim Wettbewerb „Dolles Dorf“ und die Eröffnung der Büchertauschbörse.

Oberasphe. Gedämpftes Licht, Kerzen auf den Tischen, im Hintergrund spielt der Marburger Rainer Pohl dezent auf dem Klavier. Dazu der Duft nach frisch gebackenem Zwiebelkuchen und sanft in den Gläsern bitzelnder Federweißer.

Bei seiner ersten Veranstaltung gelang es dem im August gegründeten und seit zwei Wochen beim Amtsgericht eingetragenen Kulturverein Oberasphe, dem Dorfgemeinschaftshaus eine besondere Atmosphäre zu verleihen.

Das bedeutet aber nicht, dass es dabei steif und förmlich zugegangen wäre. Im Gegenteil, die etwa 60 Besucher hatten insbesondere an der Fotorückschau auf die in diesem Jahr ausgefochtenen Wettkämpfe um den Titel „Dolles Dorf“ viel Vergnügen.

„Wir wollen Veranstaltungen nicht nur für Oberasphe, sondern für die Großgemeinde und die umliegenden Orte anbieten“, sagte der Vorsitzende Kai Binder. Er betonte, dass es dabei nicht so ernst zugehen solle, sondern dass es vor allem um Spaß in der freien Zeit gehe, in derjenigen, „die wir gemeinsam mit den wichtigsten Menschen in unserem Leben verbringen“.

Theater, Kleinkunst, nichtkommerzielle Kinovorstellungen und Veranstaltungen wie an diesem ersten Abend sollen künftig zum Programm gehören. Möglichst einmal wöchentlich soll etwas stattfinden. Ein weiteres Vorhaben wurde schon umgesetzt, die Einrichtung einer Büchertauschbörse. Mit von den mittlerweile 26 Mitgliedern gespendetem Lesestoff und Möbeln wurde eine kleine Leseecke eingerichtet und an diesem Abend offiziell eröffnet. Jeder Einwohner kann dort kostenlos Bücher mitnehmen und andere einstellen. Steffi Binder und Vereinskassiererin Uta Rodenkirchen betreuen die Börse.

Schwieriger zu verwirklichen wird ein anderes, größeres Projekt sein. Geplant ist, innerhalb der Dorferneuerung das Dorfgemeinschaftshaus um einen Anbau zu erweitern und ein Café unterzubringen. Es soll als Treffpunkt dienen, auch für kulturelle Veranstaltungen.

„Früher gab es zwei Kneipen in Oberasphe. Mit diesen sind ein Stück Alltagskultur und wichtige Kommunikationsplattformen verloren gegangen“, erläuterte Kai Binder. Aber es gehe um mehr als nur einen neuen Treffpunkt.

Dorfmitte soll durch ein Café attraktiver werden

Die Chance der Dorferneuerung solle dazu genutzt werden, die Dorfmitte in ein Gesamtkonzept einzubinden und insgesamt zu beleben.

Der Bau eines Radwegs nach Niederasphe könnte Radtouristen ins Dorf bringen, die dann zumindest am Wochenende im neuen Café einkehren könnten. Auch der Spielplatz am DGH solle attraktiver und das Wasser eingebunden werden.

Einen kleinen Eindruck, wie es mit dem Café werden könnte, vermittelte das neben der Küche direkt ans DGH anschließend errichtete Zelt, in dem der Zwiebelkuchen verkauft wurde.

Ortsvorsteher Gerhard Hallenberger dankte allen, die die Arbeit für diesen Abend geleistet hatten. Er betonte, dass im Vorstand des Kulturvereins Zugezogene und mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Horst Wagner ein „Beigefreiter“ seien, ein Beispiel für gelungene „Integration“ in Oberasphe. Ob alles so werde, wie man es sich vorstelle, sei noch die Frage. „Wir müssen viele kleine Schritte machen. Aber wir haben schon vieles hingekriegt in Oberasphe“, schloss er. Bürgermeister Peter Funk dankte auch denen, die für das „Dolle Dorf“ mitgespielt hatten. Übrigens wird das drittplatzierte Dorf Fischborn am 17. November sein beim Finale gegebenes Versprechen einlösen und mit einem 50-Mann-Bus und eigener Zwei-Mann-Kapelle nach Oberasphe kommen. Spätestens dann dürfte im DGH wieder ganz doll was los sein.

von Manfred Schubert

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