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Neuer Festplatz ist beschlossene Sache

Parlament Lahntal Neuer Festplatz ist beschlossene Sache

Eine zur Gemeindevertretersitzung geänderte Beschlussvorlage zum Festplatz Goßfelden brachte die CDU in Rage. Sie stellte den Sinn von Ausschuss-Sitzungen infrage und ließ sich auch von Bürgermeister Apell nicht überzeugen.

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Auf dem Feld vor dem Feuerwehrhaus soll der neue Festplatz für Goßfelden entstehen. Möglicherweise hat die Gemeinde einen Partner, der ihr dabei hilft.

Quelle: Götz Schaub

Göttingen. Die beiden Christdemokraten Michael Spies und Michael Nies waren am Mittwochabend während der Sitzung des Lahntaler Gemeindeparlaments im Bürgerhaus Göttingen ziemlich verärgert über das Verhalten der Mandatsträger der SPD, der Grünen und der Bürgerliste Lahntal.

Die hatten keine Probleme mit einer geänderten Beschlussvorlage zum neuen Festplatz in Goßfelden und votierten geschlossen für eine Abstimmung an diesem Abend. Nies hielt dagegen: „Im Ältestenrat [tagt immer unmittelbar vor Beginn der Gemeindevertretersitzung] haben wir bemängelt, dass Beschlussvorlagen und Infos sehr oft sehr kurzfristig kommen. Der Bürgermeister meinte, man könne das Thema noch einmal in die Ausschüsse geben, was wir auch wollen. Nun, eine Stunde später wollen plötzlich alle über einen im Vergleich zur Ausschuss-Sitzung völlig geänderten Beschluss abstimmen.“ Und Michael Spies bekräftigte: „Wenn wir zehn Minuten vor der Gemeindevertretersitzung einen neuen Beschlussvorschlag bekommen, wird die Arbeit im Ausschuss überflüssig.“Bürgermeister Manfred Apell dazu: „Das Leben bleibt nicht stehen, Wir haben plötzlich veränderte Voraussetzungen, auf die wir reagiert haben, aber die neue Variante war erst Ende Mai, Anfang Juni erkennbar.“ Will heißen, der Investor, der auf dem neuen Festplatz eine Halle für Holzhackschnitzel errichten wollte, will nun nicht mehr auf dem Grundstück investieren, das als Festplatz dienen soll. Allerdings gebe es einen weiteren Interessenten, der dasselbe Grundstück direkt vor dem neuen Feuerwehrhaus Goßfelden, Sarnau und Göttingen, für die Gemeinde kostenfrei befestigen und herrichten würde. Diese Option bringt jetzt wieder eine früher angedachte Lösung zurück ins Spiel, nämlich auf dem Festplatz eine Sonnenhalle zu errichten. Das habe den Vorteil, dass die Gemeinde sogar noch eine Einkommensquelle erschließen würde, denn in der Halle könnten Fahrzeuge wie Wohnmobile und Freizeitboote auf Mietbasis abgestellt werden. Die Halle selbst soll komplett über eine Energiegenossenschaft finanziert werden. Bei Festen stände die Halle zur Verfügung und reduziere den Gesamtaufwand. Da das Projekt Sonnenhalle zunächst als Prüfauftrag formuliert ist, sahen die übrigen Parteien keinen Grund, nicht über den geänderten Beschluss abzustimmen. Dieser besteht aus fünf Punkten und legt sich auf das bisherige Grundstück vor dem Feuerwehrhaus fest, dass bis Juni 2013 hergerichtet werden soll. Gleichzeitig soll der Gemeindevorstand bereits jetzt in die Lage versetzt werden, Verhandlungen über die Verwertung den alten Festplatzes in der Ortsmitte aufnehmen zu dürfen, der zum 1. Juni 2013 aufgegeben werden soll. Dr. Herbert Koch von der SPD sah in der Rückverweisung in die Ausschüsse nur eine Zeitverschwendung. „Wir beschließen doch jetzt nur das, was wir sowieso alle wollen.“ So sieht das auch Apell: „Wir wollen einen Festplatz genau dort und er soll die Gemeinde möglichst nichts kosten. Diese Chance haben wir jetzt.“ Im Beschluss wurde aber auch festgehalten, dass gegebenenfalls benötigte Haushaltsmittel im Haushalt 2013 bereitzustellen sind. Inklusive einer Sitzungsunterbrechung wurde über dieses Thema 40 Minuten diskutiert, ehe Dr. Claus Opper in Vertretung des verhinderten Parlamentschefs Dirk Geißler zur Abstimmung aufrief. Drei Parlamentarier enthielten sich, zwei stimmten dagegen. Die deutliche Mehrheit dafür.

von Götz Schaub

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