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Naturschutzbund droht mit Klage

B252 Naturschutzbund droht mit Klage

Der Naturschutzbund Hessen ist bereit, den Streit um die geplante Umgehungsstraße B 252 vor Gericht auszutragen. Allerdings zeigen die Gegner der jetzigen Route auch Alternativen auf.

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Dauerbrenner Ortsumgehung: Dass die jetzige Route der B 252 nicht bleiben kann, darin sind sich alle einig. Wo die neue Bundesstraße verlaufen soll, darüber streiten die Parteien.

Quelle: Richter

Wetter. „Uns geht es nicht darum, etwas zu verhindern“, sagt Hartmut Mai, Landesgeschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen.

„Wir wollen eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten finden.“ Es geht um den Ausbau der B 252n, für den noch kein Baurecht vorliegt. Geht es nach den Plänen des Landes Hessens, so verläuft die Ortsumgehung westlich an Wetter vorbei.

Der Nabu Hessen und die AG Wetschaftstal hingegen fordern eine östlich verlaufende Route. Nach Angabe des Nabu-Verkehrsexperten Wolf Hahn sei es aber nie zu einer Prüfung dieser Ost-Strecke gekommen.

Umweltschutz ist das eine. Existenzsicherung der Landwirte das andere. Reinhold Brössel ist einer von vier Bauern, die von der Trassenführung unmittelbar betroffen sind. Er habe es sogar schriftlich, dass die jetzige Trasse, die nur 500 Meter von seinem Hof entfernt verlaufen würde, existenzbedrohlich sei. Ein offizielles Gutachten, das vom Straßenbauamt in Auftrag gegeben wurde, bescheinige, bei seinem Betrieb sei nicht von einem Bagatellfall auszugehen.

Wenn eine Überprüfung durch einen neutralen Dritten wider Erwarten ergibt, dass die Amtsstraße zwischen Todenhausen und Lahntal deutliche Vorteile gegenüber der Nabu-Variante aufweist, sind wir bereit, unsere Haltung zu überdenken“, sagt Mai. Er sieht die Aufgabe nicht mehr bei Verwaltungsbeamten, sondern fordert nun eine klare Aussage vonseiten der Politik. Aus Sicht des Nabu ist dies der weitestmögliche Schritt, den die Naturschützer auf die Behörden zugehen können. „Wenn nichts passiert, dann werden wir in kürzester Zeit im Klageverfahren sein“, kündigt Hahn an.

Unterdessen wartet das Hessische Verkehrsministerium nur noch auf eine Stellungnahme der EU, um dann umgehend den Planfeststellungsbeschluss für die B 252 zu unterschreiben. Eine neue Planung oder eine Teilung des Projekts wurde bisher kategorisch ausgeschlossen.

von Carsten Bergmann

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