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Nordkreis Nach 30 erfolgreichen Jahren ist Schluss
Landkreis Nordkreis Nach 30 erfolgreichen Jahren ist Schluss
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17:53 16.11.2015
Helene Busch (links) und Enkelin Annalena Hahn am Stand mit Halbedelsteinen, Mineralien und daraus gefertigten Schmuckstücken. Quelle: Manfred Schubert
Goßfelden

Mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ betrachte sie das Ende des Kunstmarktes, aber „wenn’s nicht mehr geht, geht’s nicht mehr“, meinte Luise Baumgartner, die stellvertretende Vorsitzende der „Hobbykünstler Goßfelden“. Und Ubbelohde-Preisträgerin Dagmar Becker, seit der Gründung nach der ersten Ausstellung vor 30 Jahren Vorsitzende des Vereins, meinte in Anlehnung an die 2003 von ihr herausgegebene Sammlung von in 31 Dialekte des Landkreises übersetzten Märchen der Brüder Grimm, nun heiße es auch vom Kunstmarkt „Es woar emool“.

„Mittlerweile sind 14 der Menschen, die den Markt mit aufgebaut haben, verstorben. Mit 59 Jahren bin ich eine der jüngsten unter den verbliebenen 22 Mitgliedern. Da müssten mindestens zehn neue kommen, die fest mitmachen, so können wir den Markt in Zukunft nicht mehr stemmen“, erklärte Becker. Zudem seien neue Aussteller in den vergangenen Jahren fast nur noch mit Erzeugnissen aus Wolle, Stoff und Schmuck gekommen, somit würde künftig auch die bisher gebotene Vielfalt nicht mehr vorhanden sein.

Maria Helling, seit 28 Jahren Hobbykünstler-Mitglied, berichtete, viele Besucher hätten an ihrem Stand mit Bauernmalerei und Naturkränzen ihr Bedauern über das Ende des überschaubaren Marktes mit seiner sympathisch-familiären Atmosphäre geäußert. „Es war immer ein schöner Markt, aber es geht auch um die viele und teils schwere Arbeit mit Aufbau und Dekoration, selbst wenn unsere Männer schon immer helfen mussten. Auf der letzten Mitgliederversammlung waren wir uns einig, dass es für alle zu viel werde“, erklärte sie.

Kunstmarkt war Vorreiter in der Gemeinde

Hobbykünstler-Mitglied Elfriede Hahn aus Oberrosphe bedauert, dass nach dem Ostermarkt in Cölbe nun schon der zweite Traditionsmarkt im Landkreis seine Pforten schließt. „Wer beispielsweise an einen Sportverein gekoppelt ist, wie in Sterzhausen, hat eher Nachwuchs. Die übrigen guten Märkte werden nun von den Ausstellern überlaufen“, fürchtet sie. Der erste Kunstmarkt in der Gemeinde Lahntal war Vorreiter für andere Märkte gewesen, die später folgten.

1500 Menschen statteten am Samstag und Sonntag in der Lahnfelshalle dem letzten Goßfeldener Kunstmarkt einen Besuch ab, auf dem 35 Kunsthandwerker und Hobbykünstler, darunter zehn Vereinsmitglieder, Schönes und Dekoratives unterschiedlichster Art und aus verschiedensten Materialien anboten, von Schmuck und Getöpfertem über Weihnachtskrippen, Gestecke und Gestricktes bis zu Gemälden. Das bekannt leckere Büfett mit 60 selbstgebackenen Kuchen und Torten fand dabei ebenfalls großen Zuspruch und war vor Marktende leer gegessen.

von Manfred Schubert