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Mylius: Arzt, Musiker und Alchemist

Vortrag Mylius: Arzt, Musiker und Alchemist

Am Sonntag, 28. Oktober, lädt ab 17 Uhr der Träger- und Förderverein der ehemaligen Synagoge Wetter zu einem wissenschaftlichen, aber doch allgemeinverständlichen Vortrag über den Alchemisten Johann Daniel Mylius in die ehemalige Synagoge Wetter, An der Stadtmauer 29 ein.

Wetter. Der Referent ist Oliver Humbert, Dozent an der Bergischen Universität Wuppertal für klassische Philologie und Kirchengeschichte. Er hat sich innerhalb seiner wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit mit Mylius beschäftigt.

Die große Anzahl gelehrter Männer, die im 16. Jahrhundert aus der Stadt Wetter und vor allem aus ihrer Lateinschule hervorgegangen sind, versetzte damals die wissenschaftliche Welt und heute noch den Historiker in Erstaunen.

Dazu zählt der 1584 geborene Arzt, Musiker und Alchemist Johann Daniel Mylius, dessen Leben in den letzten Jahren intensiv erforscht wurde.

Sein Leben spannt sich zwischen einer Herkunft aus einem dezidiert protestantischen Pfarrergeschlecht und einer Tätigkeit als Leibarzt des katholischen Erzbischofs von Trier, zwischen nebenberuflicher Verpflichtung als Lautenspieler in kirchlichen Diensten und Promotion als akademischer Mediziner, zwischen „anti-magischen“ Hexenmitteln und modernster chemischer Laboratoriumstechnik.

Auf der Jagd nach seltenen Alchemie-Manuskripten

Mylius zeigt sich als Jäger nach seltenen alchemistischen Originalmanuskripten und erweist sich als Kopierer, um nicht zu sagen Plagiator größten Stils. Entsprechend schwankt auch das Bild, das man sich heute von Mylius macht, zwischen dem eines in geheimste Künste und Wissenschaften eingeweihten Mitglied des Rosenkreuzerordens und einer getriebenen Existenz im Exil, das ihm sein mutiges, aber vielleicht auch nur unbedachtes Bekenntnis zum Staatsfeind Nummer 1 der Zeit, zum „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz, einbrachte.

An Mylius erinnert in seiner Heimatstadt der Alte Gausmann-Brunnen am Römerplatz, dessen Motiv auf einen symbolischen Kupferstich aus einem Druck des Jahres 1622 zurückgeht.

Der Vortrag am Sonntag wird Einblicke in dieses überaus vielfältige, teils auch fragwürdige, auf jeden Fall aber spannende Leben eines frühneuzeitlichen Gelehrten geben, der sich stets stolz als „Wetteranus“, als ein Sohn der Stadt Wetter präsentiert hat.

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