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Mutig und beklemmend gut gespielt

Wetter Mutig und beklemmend gut gespielt

Der Erfolg gibt den Darstellern der Wollenbergschule Recht: Ihr Stück „Deutsch“ wird heute um 19.30 Uhr im Forum der Wollenbergschule ein weiteres Mal aufgeführt.

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Das Stück „Deutsch mit Untertiteln“ hält der Gesellschaft den Spiegel vor.

Quelle: Elvira Rübeling

Wetter. Keine leichte Kost bekamen vergangene Woche die Besucher des Theaterstückes „Deutsch mit Untertiteln“ vom „Darstellendes Spiel-Kurs“ der Wollenbergschule Wetter Jahrgang 9/10, serviert.

Sehr mutig hielten die Jugendlichen mit dem anspruchsvollen Theaterstück über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit unserer Gesellschaft brutal den Spiegel vor.

Das Stück, das von allen Teilnehmern des Kurses gemeinsam unter der Regie von Lehrerin Monika Eller-Lüers erarbeitet worden war, spielte unmissverständlich an die in jüngster Vergangenheit geschehenen Vorfälle in Lahntal an.

Obwohl die Zuschauer aufgefordert worden waren, trotz dem Ernst des Stückes zu applaudieren, fiel es ihnen offensichtlich schwer. Durch die gelungene Darstellung der Schülerinnen und Schüler, wurde klar, wie klein in Wahrheit der Schritt in die Fremdenfeindlichkeit und den Rechtsextremismus ist und wie nah jeder selbst davon entfernt ist.

Gleich zu Anfang waren die Zuschauer rücksichtslos an das NS-Regime und den Artikel 1 des Grundgesetzes erinnert und dann stumm gefragt worden, was sich im Vergleich zu heute geändert hat. Während des gesamten Stückes hing die Antwort zum eigenen Entsetzen ständig, lähmend, schwer, erdrückend und beängstigend im dunklen Raum.

Es wurde schauspielerisch absolut überzeugend gezeigt, wie schnell sich Jugendliche an der rechten Szene orientieren und darin abrutschen können.

So wie in dem Stück Tim und sein Gegenspieler, Tims Gewissen, dargestellt von Sarah-L. Dempt und Daniela Bittner.

Doch es gibt nicht nur Rechtsextreme im Umfeld der Jugendlichen wie Maximilian und Maximilians Gewissen (Marie- L. Schmidt und Rebecca Druschel), sondern auch eine Gruppe Ausländer, die es faustdick hinter den Ohren hat und keine Deutschen in ihrer Gang aufnimmt. Zwei Gangs, eine Stadt und jede Menge Ärger, der dann eskaliert. Kein Stück zum Lachen, sondern zum Nachdenken – eines das wachrüttelt, weil es „deutsch“ spricht und ein Stück, das nicht wieder in der Versenkung verschwinden und stattdessen bald einem weitaus größeren Publikum vorgespielt werden sollte.

von Elvira Rübeling

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