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Münchhausen schießt Geld zu,um Bauherren zu gewinnen

Parlament Münchhausen schießt Geld zu,um Bauherren zu gewinnen

In beiden Münchhäuser Baugebieten ist bisher kein einziges Grundstück verkauft worden. Deshalb hat der Haupt- und Finanzausschuss niedrigere Quadratmeterpreise beschlossen.

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Baugrund zum Sonderpreis wie hier in der Stegebinne: Münchhausen ermäßigt die Quadratmeterpreise.Foto: Koelschtzky

Münchhausen. Die Gemeinde Münchhausen sollte so schnell wie möglich ihre Baugrundstücke von der Hessischen Landgesellschaft (HLG) zurückkaufen. Das empfiehlt der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung.

Seit 2004 hat die Gemeinde Münchhausen in Zusammenarbeit mit der HLG in Münchhausen in der Stegebinne ein Baugebiet mit 20 Bauplätzen erschlossen. Bisher wurde jedoch kein einziges Grundstück verkauft, der Vertrag mit der HLG läuft bis 2014. Bereits jetzt belaufen sich die Forderungen, welche die Gemeinde bei Ablauf des Vertrages abzulösen hat, auf 632000 Euro. Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden Berechnungen vorgelegt, welche Optionen die Gemeinde hat und welche Kosten aus den jeweiligen Entscheidungen entstehen. Neben den Grunderwerbskosten von 228000 Euro und bisherigen Erschließungskosten von 190000 Euro sind es vor allem Zinsen und Gebühren, die den Preis der Grundstücke nach oben treiben, geht aus den Zahlen des Gemeindevorstandes hervor.

Entsprechend plädierten die Ausschussmitglieder entschieden gegen eine Verlängerung des Vertrages mit der HLG. Rainer Ulbrich (UGL) forderte einen möglichst sofortigen Rückkauf des kompletten Baugebietes. „Damit macht die Gemeinde einen Verlust von rund 145000 Euro, aber es fallen nicht dauernd weiter Kosten und Gebühren an“, sagte er. Allein die zwei restlichen Vertragsjahre werden die Gemeinde 72000 Euro an Zinsen und Gebühren kosten, rechnete er vor.

Plädoyer für schnellen Grundstücks-Rückkauf

„Bei den derzeitigen Zinssätzen kommen wir auf jeden Fall billiger weg, wenn wir die Grundstücke so schnell wie möglich über einen Kredit erwerben“, sagte der Ausschussvorsitzende Hans-Martin Seipp (SPD).

Günstiger wäre zwar zunächst nur der Rückkauf der nicht erschlossenen 15 Grundstücke zu einem Preis von 239000 Euro, aber damit blieben Zinsen und Gebühren für eine Verlängerung des Vertrages, der für weitere zehn Jahre möglich wäre, rechneten die Ausschussmitglieder vor. „Der Zinssatz der HLG von 3,7 Prozent plus 2,5 Prozent Gebühren tut der Gemeinde weh“, meinte auch die CDU-Fraktion, die sich dem Plädoyer für einen möglichst schnellen Rückkauf der Grundstücke anschloss. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht befürwortete der Ausschuss dieses Vorgehen einstimmig.

Zur Diskussion standen anschließend auch die Preise für die Baugrundstücke. Dass bisher kein einziges verkauft wurde, wie auch im zweiten Baugebiet der Gemeinde in Wollmar, führten die Ausschussmitglieder auch darauf zurück, dass im angrenzenden Landkreis Waldeck-Frankenberg Baulandpreise zwischen 25 und 65 Euro pro Quadratmeter üblich seien. In Münchhausen kostet bisher der Quadratmeter 98 Euro, in Wollmar 55 Euro.

Mit dem Preis in Wollmar haben die Ausschussmitglieder keine Probleme. „Die Grundstücke werden im Laufe der kommenden Jahre verkauft werden“, zeigte sich der Wollmarer Ortsvorsteher Wolfgang Henseling (CDU) zuversichtlich. Dort sollen nach den Vorstellungen des Ausschusses die Preise unverändert bleiben. In Münchhausen soll der Preis auf 75 Euro gesenkt werden. „Das bedeutet, dass die Gemeinde bei jedem Grundstück rund 20000 Euro zuschießt“, gab Bürgermeister Peter Funk (parteilos) zu bedenken. Dennoch fanden die Ausschussmitglieder, dass dieses Opfer notwendig sei, um den Verkauf in Gang zu bringen.

Vermarktungskonzept soll bis Anfang 2013 vorliegen

Bei der Abstimmung enthielt sich die CDU jedoch der Stimme, da die drei Ausschussmitglieder nicht mit der eingeschlossenen „Sozialregelung“ einverstanden sind. Da jedoch ein entsprechender Beschluss der Gemeindevertretung vorliegt, einigte sich der Ausschuss auf einen Nachlass für junge Familien beim Kauf eines Grundstückes. Für jedes Kind, das die Familie bereits hat oder innerhalb der ersten fünf Jahre nach dem Grundstückskauf bekommt, wird ein Nachlass von zwei Euro pro Quadratmeter Bauland gewährt.

Weiter diskutierten die Ausschussmitglieder über eine sinnvolle Vermarktung des Baulandes. Ein konkretes Konzept soll bis zur ersten Parlamentssitzung 2013 vorgelegt werden.

von Martina Koelschtzky

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