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Münchhausen sagt Nein zur Klimastelle

Gemeindevertretung Münchhausen sagt Nein zur Klimastelle

Das Votum war eindeutig: Die Münchhäuser Gemeindevertretung gibt kein Geld für eine Stelle in Sachen Klimaschutz für die vier Nordkreisgemeinden.

Niederasphe. Nur der CDU-Abgeordnete Dr. Harald Dörnbach sprach sich bei der Sitzung am Dienstag in Niederasphe für das von vier Ingenieurbüros vorgelegte Konzept aus, das zunächst eine auf drei Jahre förderfähige Schaffung der Stelle eines fachlich kompetenten Klimaschutzmanagers vorsah.

„Wir haben uns mehr von dem Konzept versprochen“, begründete Johannes Wagner von der CDU. Der SPD-Fraktionschef Hans-Martin Seipp wiederholte seine schon im Ausschuss geäußerte Meinung, dass dieses Angebot von den Bürgern nicht angenommen werden würde. Und darüber hinaus könne die Beratung von Privatleuten über geeignete Energiespar- und Sanierungsvorhaben auch genausogut von heimischen Unternehmen geleistet werden, die ja schon jetzt ihre Kunden bei Bedarf auch an Fachbüros weiterverwiesen. Die Gemeinde müsse kein Geld für eine solche Stelle ausgeben, so Seipp.

Selbst die Unabhängige Grüne Liste (UGL), in Sachen Klimaschutz stets offen, versagte dem Konzept seine Zustimmung. Rainer Ulbrich gab zu, dass er wenig Vertrauen in die Arbeit der Projektgruppe habe. Bisher seien – wenn auch größtenteils über Zuschüsse finanziert –, etwa 150.000 Euro ausgegeben worden, doch das Konzept, das die beauftragten Ingenieurbüros vorgelegt hätten, halte seine Fraktion für dürftig, zumal die Gemeindeverwaltungen einen großen Teil der Arbeit geleistet hätten, weil sie die Daten zur Verfügung gestellt hatten.

Dr. Harald Dörnbach ergriff als einziger, wenn auch erfolglos, Partei für das gemeinsame Konzept der Nordkreiskommunen. „Klimaschutz geht nur über Energieeinsparung und -effizienz“, sagte er. Gerade in Privathäusern gebe es da aber einen riesigen „Sanierungsstau“ und großen Beratungsbedarf, wie man sinnvoll tätig werden kann. „Ich denke, jede Bemühung, die darauf zielt, wäre ein richtiger Weg.“ Er verglich die Stelle des Klimaschutzmanagers mit der der Berater in der Dorferneuerung. Ohne deren fachkundigen Rat wäre in der Vergangenheit auch vieles nicht gemacht worden, so Dörnbach.

von Michael Agricola

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