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Nordkreis Münchhäuser wünschen sich Nachtbus
Landkreis Nordkreis Münchhäuser wünschen sich Nachtbus
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16:54 04.05.2017
Spätabends oder am Wochenende keine Verbindung nach Marburg: Das soll sich in Münchhausen bald ändern. Quelle: Martina Koelschtzky
Münchhausen

Eine gemeinsame Tischvorlage aller Fraktionen wurde einstimmig auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt. Darin schließt sich die Gemeindevertretung Münchhausen dem Vorschlag des Ortsbeirats Simtshausen an, der bei der Neufassung des Regionalen Nahverkehrsplans 2018 bis 2022 für den Landkreis beantragt, eine nächtliche Verbindung von Marburg nach Münchhausen bis 24 Uhr an Freitagen und Samstagen zu schaffen.

Dabei gehe es vor allem darum, dass Jugendliche am Wochenende nachts nach Hause kommen können, aber auch um die Erwachsenen, die Kulturveranstaltungen in Marburg besuchen. „Man möchte ja auch mal zu zweit ins Theater oder Konzert gehen und ein Glas Wein trinken können“, erklärte Michael Haubrock-Terörde (Unabhängige Grüne Liste) die Bedeutung für die Lebensqualität auf dem Land. So würden von Marburg aus für Veranstaltungen in der Stadthalle Kombi-Tickets angeboten, die neben dem Eintritt auch die An- und Abfahrt mit dem öffentlichen Personennahverkehr enthielten. Diese können aber von Münchhäusern ebenso wie von vielen anderen Einwohnern des Landkreises nicht genutzt werden, weil es vor und nach den Veranstaltungen keine Verbindungen gibt.

Fahrten auch am Wochenende und an Feiertagen

Auch der Vertreter von Wetter habe diesen Wunsch in der jüngsten Verbandsversammlung geäußert, weshalb eine Abstimmung mit Wetter erfolgen solle, erklärte Haubrock-Terörde. Anrufsammeltaxis könnten eine Lösung sein, würden aber generell nicht gut angenommen. Andererseits stehen auch aufgenommene Punkte im regionalen Nahverkehrsplan unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit, so dass die im bisherigen Plan verankerten Wünsche wie beispielsweise die Bedienung jedes Ortes über 200 Einwohner täglich bis 22 Uhr nicht umgesetzt werden konnten.

Bisher sei die Diskussion um den neuen regionalen Nahverkehrsplan weitgehend ohne Öffentlichkeit gelaufen, sagte Haubrock-Terörde. Deshalb wolle die Gemeinde auf die Online-Umfrage des Landkreises hinweisen, die vom 15. Mai bis 5. Juni angeboten werde. Die Gemeindevertreter riefen die Bürger dazu auf, in dieser Umfrage ihre Wünsche zu äußern. Der Antrag wurde einstimmig von allen Fraktionen angenommen.

Mehr Bürgerbeteiligung in den Ausschüssen

Ebenso einstimmig gingen die Neufassungen von Abfall- und Wasserversorgungssatzung über die Bühne. Beide Dienste betreibt die Gemeinde Münchhausen in Eigenregie, bei den Neufassungen ging es vor allem um die Anpassung an die neueren Vorgaben in der Mustersatzung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Die Gebühren bleiben unverändert.

Diskutiert wurde im Rahmen der Neufassung der Abfallsatzung lediglich kurz über das Problem der Verschmutzungen in der Gemeinde durch Hundekot. Die Aufstellung von Hundekotsammelbehältern war bereits in der bisherigen Satzung aufgenommen worden, wurde aber nicht umgesetzt. „Unsere Hoffnung, dass sich das Problem durch eine Bewusstseinsentwicklung der Hundebesitzer lösen werde, hat sich nicht erfüllt“, sagte Haubrock-Terörde. Eine Vertreterin der CDU wies darauf hin, dass sich das Problem in anderen Gemeinden auch durch die Aufstellung von Spendern für Hundekotbeutel und Sammelbehälter nicht reduziert habe. „Der Dreck bleibt“, sagte sie.

Einig waren sich alle Gemeindevertreter auch bei einem Antrag der CDU, mehr Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, indem in allen Ausschusssitzungen ein Tagesordnungspunkt „Fragen und Anregungen von Bürgern“ aufgenommen wird. Für die CDU erklärte Johannes Wagner, dass in den Ausschüssen alle wesentlichen Punkte der Gemeinde verhandelt würden. Deshalb sei dies der richtige Ort für die Bürgerbeteiligung und einfacher, zu aktuellen Themen Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Einstimmig wurde der Gemeindevorstand beauftragt, entsprechende Vorlagen zur Änderung der Satzung der Gemeindevertretung vorzubereiten.

von Martina Koelschtzky

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