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Montag wird an drei Stellen gebaggert

Schönstadt Montag wird an drei Stellen gebaggert

Intensivste Internetrecherchen zeigen auf, dass Schönstadt nicht nur Hessens, sondern sogar Deutschlands größtes Nahwärmenetz baut.

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Ein Grabenstück am Sportplatz ist ausgeschachtet.

Quelle: Tobias Hirsch

Schönstadt. „Endlich ist es so weit, dass man auch etwas sehen kann“, sagte Andreas Mainusch, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft „Nahwärme Schönstadt“ am Freitagnachmittag vor 100 Bürgern. Er zeigte sich erfreut, dass sich die vielfältigen mitunter auch sehr zeitraubenden Vorarbeiten gelohnt haben und nun in den ersten Spatenstich für das Nahwärmenetz mündeten.  

Angesichts der sehr geringen Zeitspanne von der Idee in 2010 bis zur Umsetzung ab Frühjahr 2012 sprach Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) hingegen davon, dass man ja „schon“ etwas sehen könne. Sie lobte die Schönstädter Initiative als ein „Musterbeispiel“ auf dem Weg zur Energiewende.  „Hier wurde etwas mit unglaublich viel Kompetenz vorangebracht“ so die Ministerin. Und weiter: „Das durch Bürgerengagement getragene Projekt unterstützt das Ziel der Hessischen Landesregierung bis zum Jahr 2050 den benötigten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken.“  Mit Blick auf Landrat Robert Fischbach ergänzte sie, dass sie sehr wohl wisse, dass der hiesige Landkreis ein bisschen ehrgeiziger sei und das Ziel schon 2040 erreichen wolle. Fischbach zollte den Schönstädtern entsprechenden Respekt für ihre Leistungen.

„Die Beispiele Oberrosphe, Josbach und jetzt Schönstadt zeigen, dass die Bürger verstanden haben, um was es bei der Energiewende geht. Sie wollen auch selbst einen aktiven Beitrag leisten“, so Fischbach.  Respekt und Anerkennung zollte auch Cölbes Bürgermeister Volker Carle den Schönstädtern. Er ist von dem Erfolg des Projekts so sehr überzeugt, dass er den Genossenschaftsmitgliedern schon jetzt eine schöne Feier zum 25-jährigen Bestehen in 2036 wünschte. Er erinnerte auch daran, dass die Idee zu dem Projekt 2010 von der damaligen Ortsvorsteherin Carola Carius kam und lobte die Beharrlichkeit der Schönstädter. Mainusch hatte zuvor schon ein paar unglaubliche Zahlen präsentiert. Mittlerweile gehen die Planungen von 280 Hausanschlüssen aus. „Das sind praktisch 80 Prozent des Dorfes.“

Der jetzige Ortsvorsteher Johannes Weber mahnte an, dass ab Montag die Bauphase beginne , die „sicher auch Unannehmlichkeiten mit sich bringe, doch hoffe er, dass alles im Rahmen bleibe. Immerhin wird ab Montag an drei verschiedenen Stellen im in fünf Abschnitte aufgeteilten Ort gebaggert. Die beiden weiteren Abschnitte werden eine Woche später angefangen. Schönstadt baut definitiv Hessens größtes Nahwärmenetz, in seiner Eigenart mit nur einem Kraftwerk auch das größte deutschlandweit.

von Götz Schaub

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