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Modellflieger empfangen den Segen

Flugschau und Andacht Modellflieger empfangen den Segen

Für Pater Christoph Kehr, katholischer Pfarrer von Wetter und Burgwald, war die Segnung von Modellflugzeugen und Flugplatz eine Premiere.

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Pater Christoph Kehr bat um Gottes Segen für die Menschen, ihre Modelle und den Flugplatz. Kein Absturz, sondern ein Kunstflugmanöver: Dieses Doppeldecker-Modell verfügt über einen „Smoker“, der Rauch verbreitet.
Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Sterzhausen. „Ich habe mich gefreut, dass sie mich darum gebeten haben, und dann überlegt, was ich dazu vortragen kann. Freude und Spaß verbindet man nicht unbedingt mit der katholischen Kirche, aber da liegt man falsch, denken sie an Fasching“, sagte der Pater.

Er las aus dem Buch Genesis über die Erschaffung des Menschen und zitierte aus der 1965 von Papst Paul VI verabschiedeten Pastoralkonstitution „Freude und Hoffnung“. Die Freizeit solle sinnvoll zur Entspannung und zur Kräftigung der geistigen und körperlichen Gesundheit verwendet werden, beispielsweise durch Sport, der zum psychischen Gleichgewicht des Einzelnen und der Gesellschaft sowie zur Anknüpfung brüderlicher Beziehungen zwischen Menschen aller Lebensverhältnisse, Nationen oder Rassen beitrage.

Pater Kehr erbat allzeit sicheren Flug, den Flugsport Treibenden Freude an der Größe der Schöpfung und ihrem Sport, fairem Wettkampf und dass dieses Hobby die Menschen in Kameradschaft und Brüderlichkeit verbinde. Dann erteilte er den etwa 70 Anwesenden, den Modellen und dem Gelände den Segen.

Wie das Modellfliegen gesundheitsfördernd wirken kann, verdeutlichte später der Vorsitzende des Modellflugvereins (MFV) Marburg-Lahntal 1980, Manfred Selmer, im Gespräch mit dieser Zeitung an einem konkreten Fall. Ein Mitglied habe vor einiger Zeit einen Schlaganfall erlitten. Das Modellfliegen an der frischen Luft helfe ihm dabei, seine Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.

Welchen Spaß das Modellfliegen bereitet, selbst wenn man nur zuschaut, konnten die Gäste bei den Vorführungen miterleben. Von einer spaßigen, auf einem Besen durch die Luft reitenden Hexe über Eigenbau-Quadrokopter bis zu einem von der Geräuschentwicklung stark seinem großen Vorbild ähnelnden, bis zu 400 Stundenkilometer schnellen turbinengetriebenen Viper-Nachbau im Maßstab 1:3,5 reichten die Modelle.

Besonders eindrucksvoll waren die enorm leistungsfähigen Helikopter mit Elektroantrieb, die die unglaublichsten Flugmanöver vollbrachten, sowie Kunstflugzeug-Nachbauten, die mit Smoker, also Rauchentwicklung, erstaunliche Figuren zeigten.

In dem Fliegerlager auf dem Wetterberg, das bis zum Sonntag dauerte, kampierten bis zu 30 Modellflieger aus Nah und Fern. In den vergangen drei Jahren habe der MFV jährlich zehn Prozent Mitgliederzuwachs gehabt, sagte Manfred Selmer. Zurzeit hat er 67 Mitglieder, davon 14 Jugendliche.

Internet: www.mfv-marburg-lahntal.de

von Manfred Schubert

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