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Nordkreis Tränen der Freude bei der Wiedereröffnung
Landkreis Nordkreis Tränen der Freude bei der Wiedereröffnung
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13:57 04.12.2018
Hans Bertram (rechts) zeigte Landrätin Kirsten Fründt in der ersten Führung durch das wiedereröffnete Gebäude die verschiedenen Themen gewidmeten Räume wie die Küche. Quelle: Manfred Schubert
Oberrosphe

Bei der früheren stellvertretenden Vorsitzenden Elfriede Hahn flossen ein paar Tränen. Genau an ihrem 71. Geburtstag fand die Wiederer­öffnung des durch einen Brand stark beschädigten Hauptgebäudes des Dorfmuseums statt. „Wer weiß, was das Museum für mich bedeutet, der weiß, was die Eröffnung an meinem Geburtstag für mich heißt“, ­sagte sie. Der Vorsitzenden des Heimat- und Verschönerungs­vereins, Hans Bertram, hatte ihr gratuliert und sie als eine der tragenden Säulen des Wiederaufbaus bezeichnet.

Vielen war das Unglück emotional nahe gegangen, nicht ­wenige hatten beim Anblick der verrauchten Räume und zerstörten Ausstellungstücke Tränen vergossen. Aber sie verloren den Mut nicht. „Am Tag nach dem Brand habe ich dem Bürgermeister versprochen, wir bauen das Museum wieder auf. Ich freue mich, dass ich, nach 93 Wochen und 3000 geleisteten Arbeitsstunden, das Versprechen halten kann“, sagte Bertram.

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka hob hervor: „Wir haben in den vergangenen Monaten gespürt, mit welchem Enthusiasmus und Engagement die Mitglieder, an der Spitze Hans Bertram und Elfriede Hahn, das Museum wiederaufgebaut haben.“

„Ein großer Tag
 für Oberrosphe“

Ortsvorsteher Tobias Kunz sprach von einem großen Tag für Oberrosphe. Es habe sich gezeigt, dass das Dorf zusammenhalte und dieser Zusammenhalt sei durch den Wiederaufbau noch gestärkt worden. Das Museum sei nun teilweise schöner als vorher. Kritik übten dagegen sowohl der Bürgermeister als auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Benno Splieth in einer 
 „Brandrede“ an dem Gebaren der Justiz, insbesondere der Staatsanwaltschaft, die ausgerechnet dem Vereinsvorsitzenden eine juristische Schuld ohne Rücksicht auf dessen ehrenamtliche Tätigkeit zuweisen wolle.

„Man kann sich schon fragen, was da los ist, ob man das Ehrenamt von oben kaputt schlagen will“, sagte Spanka. „Der Prozess soll noch einmal aufgerollt werden, der Staatsanwalt hat Interesse daran, irgendeinen Schuldigen zu finden“, sagte Splieth.

Krippenausstellung bis 3. Advent geöffnet

Landrätin Kirsten Fründt äußerte Respekt davor, dass man die Kraft zum Wiederaufbau aufgebracht habe. „Es ist wichtig für uns alle, was Sie hier tun“, betonte sie. In einer Bilderschau wurden Fotos zu den Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten gezeigt. Musikalische Beiträge kamen vom Posaunenchor, der Gitarrengruppe und dem Männergesangverein, die Kindergruppe der Burgwaldskälwer zeigte trotz des nasskalten Wetters Tänze auf der abgesperrten Straße vor dem Museum.

Einen Tag vor dem Museum war bereits die Krippenausstellung in der Scheune eröffnet worden. Sie ist noch bis zum dritten Adventswochenende samstags und sonntags wie das Museum von 14 bis 18 Uhr zu sehen, unter der Woche auf Vereinbarung.

von Manfred Schubert